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, die einer Verbindung mit den gegebenen Ursachen fähig wären; oder wenn wir gezwungen sind, irgend solche Ursachen zuzulassen, so bemühen wir uns, sie so herzurichten, dass wir ihren Einfluss berechnen können, so dass die Wirkung der gegebenen Ursache nach Abzug jener anderen Wirkungen als ein rückständiges Phänomen erscheint. Diese Vorsichtsmaßregeln sind nicht anwendbar auf Fälle wie wir sie nun betrachten. Da das Quecksilber in unserm Experiment mit einer unbekannten Menge Einfluss habender Umstände versucht wird (und es mag sogar eine bekannte Menge sein), so schließt die einfache Tatsache ihres Einflusshabens ein, dass sie die Wirkung des Quecksilbers verdecken, und uns das Erkennen seiner Wirkung oder Nichtwirkung entziehen. Wenn wir nicht bereits wussten, was und wie viel einem jeden andern Umstande zugeschrieben werden muss (d.h. wenn wir nicht die Aufgabe, zu deren Lösung wir die Mittel suchen, als bereits gelöst annehmen), so können wir nicht sagen, dass jene anderen Umstände nicht unabhängig und sogar trotz des Quecksilbers die ganze Wirkung hervorgebracht haben. Die Differenzmethode in der gewöhnlichen Weise ihrer Anwendung, indem sie nämlich den Zustand der Dinge nach dem Experiment mit dem Zustande vergleicht, der ihm voranging, ist auf diese Weise bei der Vermischung von Wirkungen ganz nutzlos, weil andere Ursachen als diejenigen, deren Wirkung wir zu bestimmen suchen, während des Übergangs tätig waren. Was die andere Art von Anwendung der Differenzmethode betrifft, wonach man nicht denselben Fall in zwei verschiedenen Perioden, sondern verschiedene Fälle vergleicht, so ist dieselbe in dem gegenwärtigen Beispiele ganz chimärisch. Bei so verwickelten Erscheinungen ist es fraglich, ob zwei Fälle, welche in allen Beziehungen mit Ausnahme einer einzigen ähnlich sind, je vorkamen; und kämen sie vor, so wäre es uns nicht möglich zu wissen, dass sie einander genau ähnlich sind. Ein wissenschaftlicher Gebrauch der experimentellen Methode in diesen verwickelten Fällen steht daher hier ganz außer aller Frage. In dem günstigsten Falle können wir durch eine Reihe von Versuchen nur entdecken, dass eine gewisse Ursache sehr oft von einer gewissen Wirkung begleitet ist. Denn bei einer dieser vereinigten Wirkungen ist der Antheil, welches ein jedes der infulierenden Agentien an ihrer Erzeugung hat, wie wir vorhin bemerkt haben, im allgemeinen nur gering, und es muss eine mächtigere Ursache sein, als die meisten Ursachen es sind, wenn sogar das Bestreben, welches sie wirklich ausübt, nicht durch andere Bestreben in fast so vielen Fällen verhindert, als es erfüllt wird. Wenn von Seiten der experimentellen Methode so wenig geschehen kann, um die Bedingungen einer Wirkung vieler kombinierten Ursachen in der Medizin zu erforschen, so ist diese Methode noch weniger auf eine Klasse von Erscheinungen anwendbar, die noch verwickelter sind, als sogar die Erscheinungen der Physiologie, es sind dies die