1843_Mill_Logik_348.topic_22.txt

, durch welche wir in einer Masse von koexistierenden Erscheinungen die einer gegebenen Ursache zugehörige besondere Wirkung, oder die besondere Ursache, wodurch eine gegebene Wirkung hervorgerufen wurde, zu unterscheiden suchen, war es der Einfachheit wegen nötig, zuerst anzunehmen, diese analytische Methode unterliege keinen anderen Schwierigkeiten, als ihr ihrer Natur nach wesentlich inhärieren; es war daher nötig uns eine Wirkung von der einen Seite als ausschließlich an eine einzige Ursache gebunden, und von der andern Seite als unfähig mit einer andern zugleichseienden Wirkung vermischt und verwechselt zu werden, vorzustellen. Wir haben a b c d e, das Aggregat von in irgend einem Augenblicke existierenden Erscheinungen, als aus unähnlichen Tatsachen a, b, c, d und e bestehend betrachtet, für deren jede man eine und nur eine Ursache zu suchen hat, indem die Schwierigkeit nur darin liegt, diese eine Ursache aus der Menge von vorhergehenden Umständen, A, B, C, D und E, herauszufinden. In der Tat ist die Ursache vielleicht keine einfache, sie kann aus einer Vereinigung von Bedingungen bestehen; wir haben aber angenommen, es gäbe bloß eine mögliche Vereinigung von Bedingungen, aus welcher die Wirkung hervorgehen kann. Wenn die Sache sich so verhielte, so wäre es eine verhältnismäßig leichte Aufgabe, die Gesetze der Natur zu erforschen. Aber eine solche Voraussetzung ist in keiner Weise stichhaltig. Es ist vor Allem nicht wahr, dass dieselbe Naturerscheinung immer von derselben Ursache hervorgebracht wird; die Wirkung a kann manchmal von A und manchmal von B herrühren. Zweitens sind die Wirkungen verschiedener Ursachen oft nicht unähnlich, sondern gleichartig und nicht durch bestimmbare Grenzen von einander unterschieden; A und B bringen vielleicht nicht a und b, sondern verschiedene Theile von der Wirkung a hervor. Die Dunkelheit und Schwierigkeit der Untersuchung der Gesetze der Naturerscheinungen wird besonders durch die Notwendigkeit vermehrt, auf folgende zwei Umstände zu achten: Vermischung der Wirkungen, und Vielfachheit der Ursachen. Da die Betrachtung der letzteren einfacher ist, so wollen wir zuerst unsere Aufmerksamkeit auf sie richten. Es ist also nicht wahr, dass eine Wirkung nur mit einer einzigen Ursache oder Vereinigung von Bedingungen zusammenhängen muss, dass eine jede Naturerscheinung nur in einer einzigen Weise erzeugt werden kann. Es gibt häufig mehrere unabhängige Arten, auf welche ein und dasselbe Phänomen hervorgebracht werden kann. Eine Tatsache kann das Konsequenz in verschiedenen unveränderlichen Sequenzen sein; sie kann mit derselben Gleichförmigkeit dem einen oder dem andern von verschiedenen Antecedentien oder Vereinigungen von Antecedentien folgen. Viele Ursachen können Bewegung erzeugen; viele Ursachen können gewisse Arten von Sensationen hervorbringen; viele Ursachen können den Tod hervorrufen. Eine gegebene Wirkung kann in Wirklichkeit von einer gewissen Ursache hervorgebracht und doch vollkommen fähig sein, ohne dieselbe hervorgebracht zu werden. . 2. Eine der wichtigsten