1843_Mill_Logik_261.topic_22.txt

andere wichtige Gleichförmigkeit der Folge anleiten, die nämlich, dass ein Körper, welcher sich um einen Kräftemittelpunkt bewegt, Flächen beschreibt, die den Zeiten proportional sind. Hätten indessen die Prämissen nicht Gesetze der Folge enthalten, so hätte unser Schluss keine Wahrheiten der Folge enthalten können. Eine ähnliche Bemerkung kann auf eine jede andere Klasse von wirklich eigentümlichen Naturerscheinungen ausgedehnt werden, und würde, wenn man sie beachtet hätte, viele chimärische Versuche, das Unbeweisbare zu beweisen und das Unerklärliche zu erklären, verhindert haben. Es ist uns also nicht genug, dass die Gesetze des Raumes, reiche nur Gesetze der gleichzeitigen Phänomene, und die Gesetze der Zahlen, die, obgleich wahr für auf einander folgende Erscheinungen, sich nicht auf deren Folgereihe beziehen, jene strenge Gewissheit und Allgemeinheit besitzen, welche wir suchen. Wir müssen suchen, ein Gesetz der Folge zu finden, welches gerade diese Attribute besitzt und daher geeignet ist, das Fundament von Prozessen abzugeben, um alle anderen Gleichförmigkeiten der Folge zu entdecken und zu prüfen. Dieses Grundgesetz muss den Wahrheiten der Geometrie in ihrer bemerkenswertesten Eigentümlichkeit, in der nämlich, niemals in irgend einem Falle durch irgend einen Wechsel von Umständen aufgehoben oder unterbrochen zu werden, gleichen. Unter allen jenen Gleichförmigkeiten der Sukzession von Naturerscheinungen, welche die gewöhnliche Beobachtung nachweist, gibt es nur sehr wenige, welche, wenn auch nur scheinbar, einen Anspruch auf diese strenge Unverbrüchlichkeit machen könnten; und von diesen wenigen hat nur ein einziges diesen Anspruch behaupten können. In diesem einen erkennen wir indessen ein Gesetz, das noch in einem andern Sinne allgemein ist; es hat den Umfang des ganzen Gebietes der aufeinanderfolgenden Naturerscheinungen, alle Beispiele der Folge sind Fälle desselben. Dieses Gesetz ist das Kausalgesetz. Es ist eine ebensoweit reichende Wahrheit als die menschliche Erfahrung, dass jedes Ding, das einen Anfang, auch eine Ursache hat. Diese Generalisation mag Manchem unbedeutend scheinen, da sie im Grunde nur behauptet: »es ist ein Gesetz, dass jedes Ereignis von einem Gesetz abhängig ist,« »es ist ein Gesetz, dass es ein Gesetz für Alles gibt.« Wir dürfen indessen nicht schließen, dass die Allgemeinheit dieses Grundsatzes bloß wörtlich sei; es wird sich bei der Prüfung desselben finden, dass es keine vage, nichtssagende Behauptung, sondern dass eine höchst wichtige und wirklich fundamentale Wahrheit ist. . 2. Da der Begriff der Ursache die Wurzel der ganzen Theorie der Induktion ist, so ist es unumgänglich nötig, dass derselbe gleich im Anfang unserer Untersuchung, und mit dem möglichsten Grad von Genauigkeit festgestellt werde. Wenn es zum Zweck einer induktiven Logik nötig wäre, dass der Streit, welcher unter den verschiedenen Schulen von Metaphysikern über den Ursprung und die Analyse unserer Ideen von einer Verursachung so