, welche wir suchen. Zu allen Zeiten waren diese Gesetze das Bild der Gewissheit, das vergleichende Maß für die niedrigeren Grade von Beweis. Ihre Unveränderlichkeit ist so vollkommen, dass wir nicht einmal fähig sind, eine Ausnahme davon zu begreifen; so vollkommen, dass sich Philosophen zu dem Irrtum verleiten ließen, ihre Zuverlässigkeit als nicht in der Erfahrung, sondern als in der ursprünglichen Beschaffenheit des menschlichen Geistes liegend, w betrachten. Wenn wir also im Stande sind, von den Gesetzen des Raums und der Zahlen Gleichförmigkeiten von irgend einer andern Art abzuleiten, so wäre dies für uns ein gültiger Beweis, dass diese anderen Gleichförmigkeiten denselben Grad von strenger Gewissheit besitzen. Dies können wir aber nicht. Von den Gesetzen des Raumes und der Zahlen allein können nur Gesetze von Raum und Zahlen abgeleitet werden. Von allen auf Naturerscheinungen sich beziehenden Wahrheiten sind diejenigen, welche sich auf die Ordnung in deren Folge (Sukzession) beziehen, für uns die wertvollsten. Auf die Kenntnis derselben ist jede vernünftige Antizipation der künftigen Dinge, und eine jede Macht, auf diese Dinge einen Einfluss zu unserm Vorteil zu üben, gegründet. Sogar die geometrischen Gesetze sind hauptsächlich deshalb von praktischer Wichtigkeit für uns, weil sie einen Teil der Prämissen ausmachen, aus welchen die Ordnung in der Folgereihe der Naturerscheinungen gefolgert werden kann. Da die Bewegung der Körper, die Wirkung von Kräften und die Fortpflanzung von Einflüssen aller Art in gewissen Linien und in einem bestimmten Raume stattfinden, so sind die Eigenschaften dieser Linien und des Raumes wichtige Theile der Gesetze, denen jene Naturerscheinungen selbst unterworfen sind. Überdies sind Bewegungen, Kräfte, Einflüsse und Zeiten zählbare Dinge, und die Eigenschaften der Zahlen sind so gut auf sie, wie auf andere Dinge, anwendbar. Aber obgleich die Gesetze der Zahlen und des Raums wichtige Elemente bei der Erforschung von Gleichförmigkeiten der Folge (des Aufeinanderfolgens) sind, so können sie für sich allein hierzu nichts nützen. Sie können nur dann zu diesem Zwecke dienen, wenn wir sie mit anderen Prämissen, welche schon bekannte Gleichförmigkeiten der Folge ausdrücken, verbinden. Nehmen wir z.B. als Prämisse die Sätze, dass Körper, auf welche eine momentane Kraft wirkt, sich mit gleichförmiger Geschwindigkeit in einer geraden Linie bewegen; dass Körper, auf welche eine konstante Kraft wirkt, sich mit beschleunigter Geschwindigkeit in einer geraden Linie bewegen; und dass Körper, auf welche zwei Kräfte in verschiedenen Richtungen wirken, sich in der Diagonale eines Parallelogramms bewegen, dessen Seiten die Richtungen und Größe dieser Kräfte repräsentieren: so können wir, indem wir diese Wahrheiten mit Sätzen, welche sich auf die Eigenschaften der geraden Linien und der Parallelogramme beziehen (wie dass das Dreieck die Hälfte eines Parallelogramms von gleicher Grundlinie und Höhe ist), eine