Induktion zu machen, sondern darin, dass er sie zu wählen hat; dass er aus allen als wahr erkannten, allgemeinen Sätzen diejenigen zu wählen hat, welche ihm Merkmale für den Beweis liefern, ob das gegebene Subjekt die in Rede stehenden Prädikate besitzt oder nicht. Wenn der Advokat vor einem Geschworenengericht über eine zweifelhafte Tatsache streitet, so sind die allgemeinen Urteile und Prinzipien, auf welche er sich beruft, an und für sich ganz alltäglich und werden zugegeben, sobald sie nur angeführt werden; seine Geschicklichkeit besteht darin, seinen Fall diesen Sätzen oder Prinzipien anzupassen, an diejenigen bekannten oder anerkannten Wahrscheinlichkeitsgrundsätze zu erinnern, welche eine Anwendung auf den verhandelten Fall zulassen, und unter allen diejenigen zu wählen, welche dem Gegenstand am meisten angepasst sind. Der Erfolg ist hier abhängig von dem natürlichen oder erworbenen Scharfsinn, unterstützt von der Kenntnis des besonderen Gegenstandes, und von Gegenständen, die damit verbunden sind. Die Erfindungsgabe kann zwar geübt, aber niemals auf Kegeln zurückgeführt werden; es gibt keine Wissenschaft, die den Menschen in den Stand setzen könnte, an das zu denken, was seinen Zwecken angemessen ist. Aber wenn er gedacht hat, so kann ihm die Wissenschaft sagen, ob das, was er gedacht hat, seinem Zwecke entsprechen wird oder nicht. Der Forscher wie der Polemiker muss durch seine eigenen Kenntnisse und Scharfsinn in der Wahl der Induktionen, aus denen er sein Argument konstruieren will, geleitet werden; aber die Gültigkeit des konstruierten Arguments hängt von Grundsätzen ab, und muss durch Mittel geprüft werden können, die für alle Arten von Untersuchungen dieselben sind, das Resultat sei nun, dass A einen Prozess gewinne, oder dass die Wissenschaft mit einer allgemeinen Wahrheit bereichert werde. In dem einen und dem andern Falle müssen die Sinne oder Zeugnis über die Richtigkeit der einzelnen Tatsachen entscheiden; die Regeln des Syllogismus werden entscheiden, ob bei der Voraussetzung, diese Tatsachen seien richtig, der Fall wirklich unter die verschiedenen Induktionsformeln fällt, unter welche er sukzessive gebracht wurde; und zuletzt muss die Rechtmäßigkeit der Induktionen selbst durch andere Regeln entschieden werden, und diese zu untersuchen ist unser Ziel. Wenn dieser dritte Teil des Verfahrens in manchen Fragen des praktischen Lebens nicht der mehr, sondern der weniger mühsame Teil ist, so ist dies auch der Fall in manchen großen Zweigen der Wissenschaft, in allen Zweigen, die hauptsächlich deduktiv sind, und besonders in der Mathematik, wo die Zahl der Induktionen selbst so gering ist, wo die letzteren so einleuchtend und elementar sind, dass es scheint, als bedürften sie des Erfahrungsbeweises gar nicht, während der höchste Grad menschlicher Erfindungsgabe erforderlich ist, um sie so zu kombinieren, dass ein gegebener Lehrsatz bewiesen oder ein Problem gelöst werde. Wenn die Identität des logischen