die Definition einer Nonentität anzunehmen, oder vielmehr einen Namen, dem keine Entität entspricht. Es sei z.B. unsere Definition: Ein Drache ist eine feuerspeiende Schlange. Als eine Definition betrachtet ist dieser Satz unstreitig richtig. Ein Drache ist eine feuerspeiende Schlange, das Wort bedeutet dies. Die stillschweigende Annahme (wenn es eine solche gäbe) der Existenz eines Gegenstandes, welcher die der Definition entsprechenden Eigenschaften besitzt, würde in dem vorliegenden Falle eine falsche sein. Aus dieser Definition können wir die Prämissen des folgenden Syllogismus herausbilden: Ein Drache ist ein feuerspeiendes Ding; Ein Drache ist eine Schlange; woraus der Schluss folgt: Daher speit manche Schlange Feuer; - ein untadelhafter Syllogismus nach dem ersten Modus der dritten Figur, in dem beide Prämissen wahr und der Schluss dennoch falsch ist, was, wie jeder Logiker weiß, eine Absurdität ist. Da der Syllogismus richtig und der Schluss falsch ist, so können die Prämissen nicht wahr sein. Aber als Theile einer Definition betrachtet, sind die Prämissen wahr; sie können daher als Theile einer Definition keine wirklichen Prämissen sein. Die wirklichen Prämissen müssen sein: Ein Drache ist ein wirklich existierendes Ding, das Feuer speit; Ein Drache ist eine wirklich existierende Schlange; und da diese Prämissen falsch sind, so bietet die Falschheit des Schlusses keine Absurdität mehr dar. Wenn wir entscheiden wollen, welcher Schluss aus denselben Prämissen folgt, wenn die stillschweigende Annahme der wirklichen Existenz hinweggelassen wird, so brauchen wir darin bloß bedeutet für ist zu setzen. Wir haben dann: Ein Drache ist ein Wort, das ein Ding bedeutet, welches Feuer speit; Ein Drache ist ein Wort, das eine Schlange bedeutet; hieraus folgt der Schluss: Manches Wort, das eine Schlange bedeutet, bedeutet auch ein Ding, das Feuer speit; und dieser Schluss (sowie die Prämissen) ist wahr, und ist die einzige Art Schluss, welche aus einer Definition folgen kann, nämlich ein auf die Bedeutung von Wörtern bezügliches Urteil. Wir können diesen Syllogismus noch in eine andere Form bringen. Wir können annehmen, der Untersatz bezeichne weder ein Ding, noch ein Name, sondern eine Idee. Wir haben dann: Die Idee von einem Drachen ist eine Idee von einem Ding, welches Feuer speit; Die Idee von einem Drachen ist eine Idee von einer Schlange; Folglich gibt es eine Idee von einer Schlange, welche eine Idee von einem Ding ist, welches Feuer speit. Hier sind sowohl Schluss als Prämissen wahr; aber die Prämissen sind keine Definitionen, es sind Urteile, die affirmieren, dass eine in dem Geist existierende Idee gewisse ideale Elemente einschließt. Die Wahrheit des Schlusses folgt aus der Existenz der psychologischen, die Idee eines Drachen genannte Erscheinung, und daher