1807_Hegel_Phaenomenologie_133.topic_9.txt

nicht mehr wie bei früheren Gesetzen lauten, worin sie als selbständige Dinge jede als ein besonderer Körper erschienen, noch auch fürs andere so, dass das Allgemeine irgend sonst außer dem Seienden seine Existenz haben sollte. Sondern das organische Wesen ist ungetrennt überhaupt zugrunde gelegt, als Inhalt des Inneren und Äußeren, und für beide dasselbe; der Gegensatz ist dadurch nur noch ein rein formeller, dessen reale Seiten dasselbe Ansich zu ihrem Wesen [haben], zugleich aber, indem Inneres und Äußeres auch entgegengesetzte Realität und ein für das Beobachten verschiedenes Sein sind, scheinen sie ihm Jedes einen eigentümlichen Inhalt zu haben. Dieser eigentümliche Inhalt, da er dieselbe Substanz oder organische Einheit ist, kann aber in der Tat nur eine verschiedene Form derselben sein; und dies wird von dem beobachtenden Bewusstsein darin angedeutet, dass das Äußere nur Ausdruck des Inneren ist. - Dieselben Bestimmungen des Verhältnisses, nämlich die gleichgültige Selbständigkeit der Verschiedenen und In ihr ihre Einheit, worin sie verschwinden, haben wir an dem Zweckbegriffe gesehen. Es ist nun zu sehen, welche Gestalt das Innere und Äußere in seinem Sein hat. Das Innere als solches muss ebensosehr ein äußeres Sein und eine Gestalt haben wie das Äußere als solches, denn es ist Gegenstand oder selbst als Seiendes und für die Beobachtung vorhanden gesetzt. Die organische Substanz als innere ist die einfache Seele, der reine Zweckbegriff oder das Allgemeine, welches in seiner Teilung ebenso allgemeine Flüssigkeit bleibt und daher in seinem Sein als das Tun oder die Bewegung der verschwindenden Wirklichkeit erscheint; dahingegen das Äußere, entgegengesetzt jenem seienden Inneren, in dem ruhenden Sein des Organischen besteht. Das Gesetz als die Beziehung jenes Inneren auf dies Äußere drückt hiermit seinen Inhalt einmal in der Darstellung allgemeiner Momente oder einfacher Wesenheiten und das andere Mal in der Darstellung der verwirklichten Wesenheit oder der Gestalt aus. Jene ersten einfachen organischen Eigenschaften, um sie so zu nennen, sind Sensibilität, Irritabilität und Reproduktion. Diese Eigenschaften, wenigstens die beiden ersten, scheinen sich zwar nicht auf den Organismus überhaupt, sondern nur auf den animalischen zu beziehen. Der vegetabilische drückt auch in der Tat nur den einfachen Begriff des Organismus aus, der seine Momente nicht entwickelt; daher wir uns in Ansehung ihrer, insofern sie für die Beobachtung sein sollen, an denjenigen halten müssen, der ihr entwickeltes Dasein darstellt. Was nun sie selbst betrifft, so ergeben sie sich unmittelbar aus dem Begriffe des Selbstzwecks, Denn die Sensibilität drückt überhaupt den einfachen Begriff der organischen Reflexion-in-sich oder die allgemeine Flüssigkeit desselben aus, die Irritabilität aber die organische Elastizität, sich in der Reflexion zugleich reagierend zu verhalten, und die dem ersten ruhigen Insichsein entgegengesetzte Verwirklichung, worin jenes abstrakte Fürsichsein ein Sein für Anderes ist. Die Reproduktion aber ist die