zurückgeführt werden: 1) den Mangel an Beweisen, 2) die geringe Geschicklichkeit, sich derselben zu bedienen, 3) den Mangel an gutem Willen, davon Gebrauch zu machen, 4) die falschen Wahrscheinlichkeitsregeln. 2. Wenn ich von dem Mangel an Beweisen spreche, so begreife ich auch noch diejenigen darunter, welche man finden könnte, wenn man dazu die Mittel und die bequeme Gelegenheit hätte; aber deren gerade entbehrt man am häufigsten. Der Zustand der Menschen ist so, dass ihr Leben im Aufsuchen dessen, wovon sie leben müssen, hingeht; sie sind von dem, was in der Welt vorgeht, so wenig unterrichtet, wie ein Lasttier, welches immer denselben Weg geht, auf der Landkarte bewandert werden kann. Sie müssten Sprachen, Lektüre, Unterhaltung, Naturbeobachtungen und technische Erfahrungen haben. 3. Da nun aber dies alles ihre Lebensverhältnisse nicht angeht, können wir da leugnen, dass der große Haufe der Menschen zum Glück und zum Unglück nur durch einen blinden Zufall geführt wird? Müssen sie sich den herrschenden Meinungen und den in ihrem Vaterlande autorisierten Führern überlassen selbst hinsichtlich ihres ewigen Glücks oder Unglücks? Oder soll man ewig unglücklich sein, weil man, statt in diesem, in einem anderen Lande geboren ist? Gleichwohl muss man zugeben, dass niemand von der Sorge für seinen Unterhalt so sehr in Anspruch genommen ist, dass er nicht eine gewisse Ruhezeit hätte, um an seine Seele zu denken und sich in dem, was die Religion betrifft, zu unterrichten, mag er auch noch so sehr mit unwichtigeren Sachen beschäftigt sein. Theophilus. Angenommen, dass die Menschen nicht immer imstande sind, sich selbst zu unterrichten, und dass sie, da sie die Sorge für den Unterhalt ihrer Familie aus Fürsorge nicht aufgeben können, um schwierige Wahrheiten aufzusuchen, genötigt sind, den in ihrer Heimat autorisierten Meinungen zu folgen, so müsste man doch immer urteilen, dass bei denen, welche die wahre Religion, auch ohne sie erwiesen zu haben, besitzen, die innere Gnade den Mangel der Motive zur Gläubigkeit ersetzt; und die Liebe heißt uns ferner urteilen, wie ich Ihnen schon bemerkt habe, dass Gott für die Menschen von gutem Willen, wenn sie auch in der dichten Finsternis der gefährlichsten Irrtümer groß geworden sind, alles tut, was seine Güte und Gerechtigkeit erheischen - obwohl vielleicht auf eine uns unbekannte Weise. Es gibt in der römischen Kirche mit Beifall aufgenommene Geschichten von Leuten, die besonders auferweckt worden sind, um heilbringender Hilfe nicht zu entbehren. Aber Gott kann den Seelen durch die innere Wirksamkeit des heiligen Geistes zu Hilfe kommen, ohne ein so großes Wunder nötig zu haben, und das Beste und Tröstlichste für das Menschengeschlecht besteht darin, dass um sich in den