, als wenn er vom Winde hin und her geworfen würde? Theophilus. Seinem Gelüste geschähe ein wenig mehr Befriedigung, aber er würde dennoch nicht besser imstande sein, das Gute zu finden und das Üble zu vermeiden. 68. Philalethes. Eine andere Quelle des falschen Urteilens! Zufrieden mit der ersten Lust, die uns entgegenkommt oder welche die Gewohnheit angenehm gemacht hat, sehen wir nicht weiter um uns. Dies ist also auch noch eine Veranlassung für die Menschen, schlecht zu urteilen, wenn sie das nicht als zu ihrem Glücke notwendig betrachten, was in der Tat dazu nötig ist. Theophilus. Diese Art falschen Urteils scheint mir unter der vorherigen Art begriffen zu sein, wenn man sich hinsichtlich der Folgen täuscht. 69. Philalethes. Zu untersuchen ist noch, ob es in der Macht eines Menschen steht, das Angenehme oder Unangenehme, das irgend eine besondere Handlung begleitet, zu verändern. Es ist in mehreren Fällen möglich. Die Menschen können und müssen ihren Gaumen verbessern und ihm Geschmack beibringen. Man kann auch den Geschmack der Seele verändern. Eine gehörige Untersuchung, Übung, Fleiß, Gewohnheit haben diese Wirkung. Auf solche Weise gewöhnt man sich an den Tabak, den Gewohnheit oder Gebrauch endlich angenehm finden lassen. Ebenso steht es hinsichtlich der Tugend. Die Gewohnheiten haben großen Reiz, und man kann sich nicht ohne Unruhe von ihnen trennen. Vielleicht wird man die Behauptung als widersinnig betrachten, die Menschen könnten es dahin bringen, dass Dinge oder Handlungen ihnen mehr oder weniger angenehm seien - so sehr vernachlässigt man diese Pflicht. Theophilus. Dasselbe habe ich schon oben bemerkt in 37 gegen das Ende und 47 auch gegen das Ende. Man kann machen, dass man etwas will, und sich seinen Geschmack bilden. 70. Philalethes. Die auf ihren wahren Grundlagen aufgeführte Moral kann nur zur Tugend bestimmen; es genügt, dass ein ewiges Glück und ein ewiges Unglück nach diesem Leben möglich seien, Man muss zugeben, dass ein mit der Erwartung einer möglichen ewigen Glückseligkeit verbundenes gutes Leben einem schlimmen Leben vorzuziehen ist, das von der Furcht vor einem entsetzlichen Unglück oder wenigstens von der schrecklichen und unsicheren Hoffnung, vernichtet zu werden, begleitet wird. Alles dies ist von der äußersten Klarheit, selbst wenn die Rechtschaffenen in dieser Welt nur Übel zu erdulden hätten und die Bösen in ihr eine ewige Glückseligkeit genossen, während es doch für gewöhnlich sich ganz anders verhält. Denn wenn man alles wohl erwägt, so haben sie, glaube ich, selbst in diesem Leben den schlimmsten Teil. Theophilus. So würde also, wenn es auch nichts jenseits des Grabes gäbe, das Leben eines Epikureers nicht das vernunftgemäßeste sein. Ich freue mich, dass Sie auf diese Weise das, was Sie