, wenn das eine oder andere dieser Güter oder Übel sich mit einem größeren Gute oder größeren Übel in Wettstreit beendet. Theophilus. Ich weiß nicht, ob eine größte Lust möglich ist, und möchte vielmehr glauben, dass sie bis ins Unendliche wachsen kann, denn wir wissen nicht, bis wohin unsere Erkenntnisse und Organisation in jener ganzen Ewigkeit, die uns erwartet, gelangen können. Ich möchte also annehmen, dass das Glück eine dauernde Lust sei, die ohne ein beständiges Fortschreiten zu immer neuer Lust nicht stattfinden kann. So wird von zweien, von denen der eine unvergleichlich schneller und durch größere Lust als der andere fortschreitet, ein jeder in sich selbst glücklich sein, obgleich ihr Glück sehr ungleich sein mag. Das Glück ist also, um so zu sagen, ein Weg von Lust zu Lust, und die Lust ist nur ein Schritt und eine Annäherung zum Glück - der kürzeste, der sich infolge der jedesmaligen Eindrücke machen lässt, aber nicht immer der beste, wie ich gegen das Ende des 36 gesagt habe. Man kann den wahren Weg verfehlen, indem man den kürzesten aufsucht, wie der geradeaus fallende Stein nur zu bald Hindernissen begegnen kann, die ihn verhindern, sich dem Mittelpunkt der Erde hinlänglich anzunähern. Dies lässt uns erkennen, worin Vernunft und Wille bestehen, die uns zum Glucke führen, dass aber das Gefühl und die Begierde uns nur der Lust zuführen. Obgleich nun die Lust, ebensowenig wie das Licht oder die Farbe, eine Nominaldefinition zulässt, so lässt sie doch wie sie eine genetische Definition zu; und so glaube ich, dass die Lust im Grunde genommen ein Gefühl der Vollkommenheit und der Schmerz ein Gefühl der Unvollkommenheit ist, wenn er nämlich so weit merklich ist, dass man sich desselben bewusst werden kann. Denn die kleinen unmerklichen Wahrnehmungen irgend einer Vollkommenheit oder Unvollkommenheit, die gleichsam die Elemente von Lust und Schmerz sind, und von denen ich schon so oft gesprochen habe, bilden die Triebe und Neigungen, aber noch nicht die Leidenschaften selbst. So gibt es unmerkliche und unbewusste Neigungen, so gibt es merkliche, deren Vorhandensein und Gegenstand man kennt, deren Bildung man aber nicht merkt, und das sind die verworrenen Neigungen, die wir dem Körper zuschreiben, obgleich immer etwas dabei ist, was im Geists damit parallel geht, endlich gibt es deutliche Empfindungen, welche die Vernunft uns verleiht, deren Stärke und Bildung wir empfinden; und die Freuden dieser Art, welche mit der Erkenntnis und Erzeugung von Ordnung und Harmonie verbunden sind, sind die schätzbarsten. Man hat Grund zu erklären, dass im allgemeinen alle diese Neigungen, Leidenschaften, diese Freuden und Schmerzen nur dem Geiste oder der Seele angehören; ich möchte sogar hinzufügen, dass ihr Ursprung