, von denen sie den Ursprung nicht auffinden können, von Gott kommen und der Natur ihrer Seele eingeprägt worden, und dass Niemand anders sie ihnen gelehrt habe. Mit Ehrfurcht halten sie sie fest und unterwerfen sich ihnen, wie Viele es ihren Eltern gegenüber tun, nicht, weil es natürlich ist, da Kinder, denen es nicht gelehrt ist, nicht so handeln; sondern sie halten es für natürlich, weil sie immer so erzogen worden sind und sich des Anfanges dieser Ehrfurcht nicht mehr entsinnen können. 24. Ein solcher Vorgang erscheint natürlich und beinah unvermeidlich, wenn man die menschliche Natur und die menschlichen Zustände und Verhältnisse berücksichtigt. Die meisten Menschen können sich nur das Leben fristen dadurch, dass sie ihre Zeit zu den Arbeiten ihres Berufs verwenden; sie können daher in ihrem Innern nicht ruhig sein, wenn sie nicht eine Grundlage oder einen Grundsatz haben, an dem sie in ihren Gedanken sich halten können. Selten ist Jemand so schwankend und oberflächlich in seinem Denken, dass er nicht einige hochgeehrte Sätze hätte, die für ihn die Grundlage abgeben, auf welche er seine Beweise stützt, und nach welchen er über Wahrheit und Irrtum, Recht und Unrecht sich entscheidet. Entweder fehlt ihm das Geschick und die Müsse, oder die Neigung; oder man hat ihm gelehrt, dass diese Sätze nicht geprüft werden dürfen. Deshalb nehmen die Meisten aus Unwissenheit, Trägheit oder in Folge ihrer Erziehung oder Voreiligkeit sie für die baare Wahrheit. 25. Offenbar findet dies bei allen Kindern und jungen Personen Statt; die Gewohnheit hat eine größere Macht als die Natur selbst und lässt sie das als göttlich verehren, wovor ihr Inneres zu beugen und ihren Verstand zu unterwerfen, man ihnen eingeprägt hat. Es ist deshalb kein Wunder, wenn Erwachsene, die mit der täglichen Arbeit beladen sind, oder die nur nach dem Vergnügen jagen, sich um die ernstliche Prüfung ihrer Grundsätze nicht bekümmern, zumal wenn einer dieser Grundsätze verlangt, dass sie überhaupt nicht geprüft werden dürfen. Selbst wenn Jemand Müsse, Geschick und guten Willen hat, wird er es nicht wagen, die Grundlagen all seines frühem Denkens und Handelns zu erschüttern und sich die Schmach zuzuziehen, dass er lange Zeit in Irrtümern und Missverständnissen sich befunden habe. Wer fühlt sich fest genug zum Kampf mit dem Tadel, der überall für die bereit gehalten wird, welche es wagen, von den herrschenden Meinungen ihres Landes oder Standes abzuweichen? Welcher Mann wird sich gelassen darauf vorbereiten, dass er den Namen eines Sonderlings, Zweiflers oder Gottesleugners bekomme, der ihm sicherlich gegeben wird, sobald er den leisesten Zweifel an dem hegt, was die allgemeine Meinung fordert. Er wird um so mehr sich scheuen, diese Grundsätze in Frage zu stellen, da er sie