auch die Anzahl seiner durch die Mathematiker entdeckten Eigenschaften schon sehr erheblich ist. 11. (Die Vorstellungen von Substanzen als Zusammenfassungen ihrer Eigenschaften sind sämtlich nichtentsprechend.) Demnach sind alle unsere zusammengesetzten Vorstellungen von Substanzen unvollständig und nichtentsprechend. Dies würde auch für die mathematischen Gestalten gelten, wenn man deren zusammengesetzte Vorstellungen nur durch Sammeln ihrer Eigentümlichkeiten rücksichtlich anderer Figuren erlangen könnte. Wie unsicher und unvollkommen würde die Vorstellung einer Ellipse sein, wenn sie nur aus einigen ihrer Eigenschaften gebildet wäre, während wir jetzt in ihrer einfachen Vorstellung das ganze Wesen dieser Figur haben, von wo aus wir ihre Eigenschaften entdecken, und mittelst der Beweise sehen, wie sie daraus abfließen und davon untrennbar sind. 12. (Die einfachen Vorstellungen sind ektypa und entsprechend.) So hat die Seele drei Arten von Trenn-Vorstellungen oder Wort-Wesen: 1) einfache Vorstellungen, welche ektypa oder Abbilder, aber sicherlich entsprechende sind; denn sie sollen nur die Kraft in den Dingen bezeichnen, welche in der Seele bestimmte Wahrnehmungen hervorbringen; deshalb können diese Wahrnehmungen, wenn sie hervorgebracht werden, nur die Wirkung solcher Kräfte sein. So hat das Papier, worauf ich schreibe, die Kraft, im Hellen (nach der gewöhnlichen Meinung ausgedrückt) die Weiß genannte Wahrnehmungsvorstellung hervorzubringen, und sie kann deshalb nur die Wirkung von einer solchen Kraft außerhalb der Seele sein, da die Seele nicht die Kraft hat, solche Vorstellungen für sich hervorzubringen. Indem somit die einfache Vorstellung nur als die Wirkung einer solchen Kraft gilt, so ist sie wirklich und entsprechend, und die Empfindung des Weiß in meiner Seele ist, weil sie nur die Wirkung dieser in dem Papier enthaltenen Kraft ist, dieser Kraft völlig entsprechend, da sonst diese Kraft eine andere Vorstellung hervorbringen würde. 13. (Die Vorstellungen von Substanzen sind ektypa aber nichtentsprechend.) Zweitens sind auch die zusammengesetzten Vorstellungen der Substanzen Abbilder, aber keine vollständigen und entsprechenden, was leicht begreiflich ist, weil man bei keiner Zusammenfassung der einfachen Vorstellungen einer bestehenden Substanz sicher sein kann, dass sie allen in der Substanz enthaltenen entspricht; denn man hat nicht alle Wirkungen anderer Substanzen auf sie erprobt, und nicht alle Veränderungen, die sie von solchen erhält oder in ihnen bewirkt, erkannt, und kann deshalb auch keine genau entsprechende Zusammenfassung all ihrer tätigen und leidenden Vermögen haben. Deshalb ist die entsprechende zusammengesetzte Vorstellung der Kräfte irgend einer bestehenden Substanz und ihrer Beziehungen, welches diese Art der Vorstellungen von Substanzen ist, unmöglich. Aber selbst wenn dies möglich wäre, und man eine solche Vorstellung aller zweiten Eigenschaften oder Kräfte einer Substanz haben könnte, so würde man damit doch noch keine Vorstellung von ihrem Wesen haben; denn die Kräfte oder wahrnehmbaren Eigenschaften sind nicht das wirkliche Wesen der Substanz, sondern nur