anders, als am Anfange derselben. Ich habe mich nämlich überzeugt, dass er unschuldig ist. Wir hätten das Geld also von ihm zurückweisen müssen, selbst wenn es unsere Absicht gewesen wäre, es zu nehmen.« »Unschuldig?« fragte da der Uncle verwundert. »So hat er Euren Tempel nicht verbrannt? Das Feuer wurde von einem Andern angelegt?« »Von keinem Andern, sondern von ihm, nur von ihm allein. Er hat das auch ganz offen zugegeben.« »Und doch nennt Ihr ihn unschuldig? Wie kann er das sein, wenn er der Täter ist!« »Er handelte als Werkzeug. Seine Tat war nur die Folge. Der eigentliche Täter wohnt im Abendlande.« »Sehr richtig!« stimmte Tsi ihm augenblicklich bei. Rafflei sagte zwar nichts, gab aber durch eine Handbewegung zu erkennen, dass er derselben Meinung sei. Auch ich wusste, was der Priester meinte. Aber der Governor traute dem Letzteren trotz aller Sympatie für ihn doch nicht die psychologische Denkschärfe zu, welche bei den Taten der Menschen zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden weiß. Wahrscheinlich auch besaß er diese Schärfe selbst noch nicht, denn er schüttelte den Kopf und sagte: »Im Abendlande? Der wirkliche Täter? Ich begreife nicht! Wer kann es sein? Und wie soll er heißen?« »Ein ungeheuer mächtiger Herrscher, dem alle Millionen des Abendlandes gehorchen, nur wenig Kluge und Verständige ausgenommen! Er ist höchst unduldsamer, kriegerischer Natur, ein Verächter aller Welt, nur nicht seiner selbst. Er hält sich ganz allein für gottbegnadet und für den Allerbesten, den es gibt. Seiner Meinung nach ist er der Weiseste, der Intelligenteste, den man sich denken kann. Er glaubt, dass er berufen sei, das, was er denkt, dem Weltkreis aufzunötigen, und fühlt sich berufen, diesen Zwang mit allen Mitteln durchzuführen, sei es die verschlagenste List oder die roheste Gewalt. Er scheut sich nicht im Geringsten, diese Behauptungen allen Menschen in das Gesicht zu schleudern, und wenn sie es sich nicht gefallen lassen wollen, so ballt er beide Fäuste und schlägt augenblicklich drein!« »Unmöglich! Das ist entweder lächerlich oder verrückt, Eins von diesen Beiden; ein Drittes gibt es nicht! Der sollte mir kommen! Wie würde ich ihm heimleuchten lassen! Und ein Herrscher soll er sein? Ein ganz gewöhnlicher Rowdy ist er! Ein Lügner und Aufschneider, ein Prahl- und Flunkerhans, ein Rebell gegen die Menschenrechte, ein Renommist und Windbeutel, ein unverschämter Händelsucher, ein frecher Raufbold, ein anmassender Patron, dem man das Handwerk legen muss! Auf welchem kleinen, europäischen Trönchen sitzt denn dieser blöde Bombardon? Man möchte seinen Stammbaum