Stand setzten, den Verwundeten nicht seinem Schicksal in einem entfernten Lazaret überlassen zu müssen, sondern ihn hier unter meiner persönlichen Aufsicht und unter steter Pflege behandeln zu können.« »Aber seine Krankheit - wir sind noch immer so weit vom Ziel, wie je.« »Es ist wahr, die Folgen der Verwundung sind eigentümlich gewesen. Der dicke griechische Fess scheint zwar den Säbelhieb des Arabers aufgehalten und seine tödtende Kraft gebrochen zu haben und die Wunde selbst ist vollkommen geheilt. Dagegen ist hier die in der Chirurgie hin und wieder, doch selten vorkommende Erscheinung einer peripherischen Paralyse, einer Asphyxie aller äußern Nerventätigkeit, eingetreten. Der Kranke vermag weder zu sprechen, noch sich zu bewegen. Es lässt sich dies nur durch die Verletzung oder Betäubung gewisser Nervencomplexe erklären, wie beim Schlagfluß. Wir wissen und sehen Alle, dass das volle Bewusstsein und Gefühl ihm längst zurückgekehrt ist, der Ausdruck seines Auges zeigt dies, ebenso ist sein Gehör scharf und unverletzt, der Verstand, das Denken ist bei ihm in voller Tätigkeit - und ich bin überzeugt, dass die aufopfernde Sorgfalt, die Sie ihm gezeigt, selbst eine Umstimmung seiner Gefühle gegen Sie bereits hervorgebracht hat. Nur dass er gegenwärtig außer Stand ist, sie auszudrücken.« »Wenn ich mich recht erinnere, findet sich ein ähnlicher Fall in dem bekannten Roman Monte Christo von Dumas,« sagte der Vicomte, der bisher schweigend der Erörterung zugehört hatte. »Ganz richtig, nur mit dem Unterschied, dass dort ein Schlagfluß zum Grunde gelegt wird und wir hier nicht ein Gebilde der Phantasie, sondern wirklich einen jener merkwürdigen Fälle aus dem Nervenleben vor uns haben, wie sie eben nur die Chirurgie zeigt.« »Aber Sie sprachen selbst die Hoffnung auf eine rasche volle Umwandlung, auf eine völlige Genesung aus.« »Und ich hege sie noch. Es gibt, meiner Ansicht nach, zwei Wege, die dazu führen. Der erste ist ungestörte Ruhe, eine Absonderung von den aufreizenden Ereignissen des Tages, welche die Nerventätigkeit wieder stärken und zu den alten Funktionen zurückführen wird; der zweite ist eine analeptische mächtige Aufregung der Seele, einer verborgenen Leidenschaft, die mit einem Schlage die ganze Lebenskraft wieder herzustellen vermag. Das Letzte ist ein Mittel, was keine Kunst, nur der Zufall herbeizuführen im Stande ist - wir können uns daher nur an das Erste halten, und deshalb habe ich Ihnen geraten, Ihren - Schwager jetzt, wo seine spezifische Heilung vollendet, mit erster Gelegenheit von hier fort und nach einem ruhigern Aufenthalt zu schaffen.« »Ich habe bereits meinem Agenten in Konstantinopel Auftrag gegeben, uns alle Bequemlichkeiten zu sichern, und werde das nächste Dampfschiff benutzen.« »Dann bürge ich für die Heilung; - nur