sich. Und sie haben recht darin. Es ist schwer,
es hervorzubringen, selbst dir gegenüber, K., und ist es denn nicht auch
möglich, dass du, wenn du es angehört hast, weggehst und nichts mehr von uns
wirst wissen wollen, so wenig es dich auch zu betreffen scheint. Dann haben wir
dich verloren, der du mir jetzt, ich gestehe es, fast mehr bedeutest als der
bisherige Schlossdienst des Barnabas. Und doch - dieser Widerspruch quält mich
schon den ganzen Abend - musst du es erfahren, denn sonst bekommst du keinen
Überblick über unsere Lage, bliebest, was mich besonders schmerzen würde,
ungerecht zu Barnabas; die notwendige völlige Einigkeit würde uns fehlen, und du
könntest weder uns helfen noch unsere Hilfe, die außerordentliche, annehmen.
Aber es bleibt noch eine Frage: Willst du es denn überhaupt wissen?« - »Warum
fragst du das?« sagte K. »Wenn es notwendig ist, will ich es wissen; aber warum
fragst du so?« - »Aus Aberglauben«, sagte Olga. »Du wirst hineingezogen sein in
unsere Dinge, unschuldig, nicht viel schuldiger als Barnabas.« - »Erzähle
schnell«, sagte K., »ich fürchte mich nicht. Du machst es auch durch
Weiberängstlichkeit schlimmer, als es ist.«
Amalias Geheimnis
»Urteile selbst«, sagte Olga, »übrigens klingt es sehr einfach, man versteht
nicht gleich, wie es eine große Bedeutung haben kann. Es gibt einen großen
Beamten im Schloss, der heißt Sortini.« - »Ich habe schon von ihm gehört«, sagte
K., »er war an meiner Berufung beteiligt.« - »Das glaube ich nicht«, sagte Olga,
»Sortini tritt in der Öffentlichkeit kaum auf. Irrst du dich nicht mit Sordini,
mit d geschrieben?« - »Du hast recht«, sagte K. »Sordini war es.« - »Ja«, sagte
Olga, »Sordini ist sehr bekannt, einer der fleissigsten Beamten, von dem viel
gesprochen wird; Sortini dagegen ist sehr zurückgezogen und den meisten fremd.
Vor mehr als drei Jahren sah ich ihn zum ersten und letzten Male. Es war am
dritten Juli bei einem Fest des Feuerwehrvereins, das Schloss hatte sich auch
beteiligt und eine neue Feuerspritze gespendet. Sortini, der sich zum Teil mit
Feuerwehrangelegenheiten beschäftigen soll (vielleicht war er aber auch nur in
Vertretung - da meistens vertreten einander die Beamten gegenseitig, und es ist
deshalb schwer, die Zuständigkeit dieses oder jenes Beamten zu erkennen), nahm
an der Übergabe der Spritze teil; es waren natürlich auch noch andere aus dem
Schloss gekommen, Beamte und Dienerschaft, und Sortini