's aa net weit g'feit. Sie is a
riegelsam's Leut', dees wo guat einapasst zu ins, und mir ham 's gern. Liaber wia
jede andere ...« ...«
Der Schiermoserin steht der Verstand fast still.
Also alle sind sie zusammengeschworen!
Alle halten sie zu dieser Stadtbrut!
Aber sie weiß schon, was sie tut!
Sie wird ihnen schon zeigen, wie sie über die Sache denkt. Und sie geht
hinüber in die Schlafkammer ihrer Mutter.
Da sitzen denn die beiden Frauen die halbe Nacht beisammen und beraten
gleich Feldherren vor einer Schlacht.
Und am andern Morgen erscheint ein Maurer, richtet ein kleines
Austragshäuschen, das seit Jahren neben dem Schiermoserhof steht, wieder
zusammen und weisselt es sauber herunter.
Denn die Schiermoserin und ihre Mutter wollen keine Gemeinschaft mehr mit
den Ihren.
Sie verlassen das Haus.
13
Der Friede ist also aus dem Schiermoserhof gewichen. Oder vielmehr: der
Unfriede.
Die Bäuerin und die Alte sind mit Sack und Pack aus dem Hof und ins
Austraghäusl gezogen.
Denn die Schiermoserin hat den Schwur getan: lieber ließe sie sich scheiden,
als dass sie mit dem Weibsbild auch nur eine Stunde die Herrschaft teilen würde.
Nun ist es zwar noch lange nicht so weit zwischen Franz und Rosalie.
Wenn auch der Tag, an dem die Rechtsratstochter als Schiermoserin hantierte,
bestimmend für die Wünsche und Pläne beider wurde, so hat doch Franz bis heute
noch nicht das erlösende Wort gesprochen. Und Rosalie kann trotz aller
Liebesbeweise nicht recht froh werden.
Je mehr sie über die Dinge nachdenkt, desto stärker drängt sich ihr die
Erkenntnis auf, dass Franz sie doch eigentlich niemals heiraten könne.
Denn wenn auch der Bauer und seine Töchter ihr wohlgeneigt sind, so
empfindet sie doch im Innern eine gewisse Wesensfremdheit zwischen sich und
ihnen.
Der offene Hass aber, mit dem die Schiermoserin und ihre Mutter sie nun Tag
für Tag verfolgen, und der Umstand, dass sie die Ursache des Zerwürfnisses der
Familie ist, machen sie ganz traurig und bekümmert.
Wenn auch der Bauer augenblicklich über sein Weib noch lacht und das Ganze
als eine verrückte Laune betrachtet, so kann doch jede Stunde auch bei ihm die
Erkenntnis kommen, dass ein Stadtmädel keine Frau für den Sohn eines
Schiermoserbauern ist.
Und ist erst der Alte soweit, so würden wohl die Töchter nur zu bald aus
derselben Trompete blasen wie er und die Bäuerin.
Und sie bedenkt, dass sie unter solchen Umständen trotz ihrer Zuneigung für
den lieben Burschen wohl nie ganz glücklich werden könne.
Ob dann ein richtiges Heimatsgefühl in ihr aufkommen würde?
Ganz gewiss nicht.
Und so beschliesst sie in ihrem Innern, den Ratschlägen der Tante Adele nicht
zu folgen,