Soldat, der Matrose, der Flieger
und Polfahrer, das geht noch an, das andere ist verkümmert und zersplittert, ist
trüber Mischmasch und Aufguss und Kitsch.
Und weswegen werten Sie den Erzieher des Geistes geringer als den des
Körpers? Sie trennen ja wie die Unteroffiziere Seele und Leib und stellen
vielleicht noch ein Kausal- und Rangverhältnis zwischen ihnen her.
Gewiss, und zwar das von Herr und Knecht. - Der Körpererzieher arbeitet nicht
mit bewussten oder unbewussten Lügen, er weiß klar und eindeutig, was er will, und
ich kann ihm glauben in dem, was er mir verspricht, und er erklärt mir offen die
Gründe seiner Methode. Aber wenn Sie mir versprechen wollten, mir eine
künstlerische Weltanschauung beizubringen, ich würde schon vorsichtig sein! Weiß
ich doch nicht, ob Sie selbst an die Ihre glauben, ob sie innerlich
durchgearbeitet und lückenlos ist, ob sie die restlose Krönung aller Ihrer
Gedankenkomplexe oder nur ein Ihnen wesensfremder Eindringling ist, den Sie
vergeblich sich zu assimilieren suchen, ob sie mir, die Sie mich nur Ihre
eigene, ganz gleichgültig, ob sie Ihnen fremd oder wesenszugehörig ist, lehren
können, nicht schädlich ist, ich weiß nicht, ob Sie mit Ihrem Unterricht nicht
Hintergedanken verbinden - und die Gründe Ihrer Methode? Du lieber Himmel!
Gewiss, es ist vielen ernst mit ihrem Unterrichten, wenigstens sagen sie es und
das Klappern gehört zum Handwerk, aber wie viele unter ihnen mögen nur eine
Ahnung haben von der Bedingteit, den Grenzen und Abgründen ihres Lehrgebietes?
Und ganz allgemein, was kann er mir denn geben? Doch nur, dass er mich erkennen
lehrt, dass ein Abschluss oder irgend ein definitives Können in geistigen Dingen
unmöglich ist. Er lehrt mich Grenzen und innerhalb dieser meine Unfähigkeit -
das ist allerdings, und gerade heute, wo uns die Lösung der Welträtsel für eine
Mark bunt geheftet auf den Tisch gelegt wird, sehr viel wert, aber - was nützt
mir das? Verspricht mir aber Mister Suchaone, einen guten Boxer, Herr Soundso,
einen guten Flieger aus mir zu machen, dann kann ich unbekümmert mich ihnen
anvertrauen. Und wenn ich hier keinen Abschluss erreiche, dann weiß ich, es lag
an mir und nicht am Unterricht und Stoff. Ich pfeife auf das, was sich Geist
nennt! Das ist Lug, Mittel, Dunst - ich freue mich auf unser Lockstedter
Lagerleben.
Dann sind Sie auf dem besten Wege, geistig indifferent zu werden und am Ende
zu verrohen.
Lieber verroht, als vergeistigt.
Und die Kunst?
Ist einmal nichts als eine Anreizung, eine Verlockung und Verführung zu
körperlichem Genuss, ein andermal eine Tröstung über entgangene oder
unerreichbare körperliche Freuden; letzten Grundes nur eine Medizin.
Wollen Sie vielleicht darauf