ich die Notwendigkeit bewundern? - Und diese »Gesetzmässigkeit«, ist sie nicht ein, wahrscheinlich verlogenes, Bild, das ich mir aus fraglichen Sinneseindrücken und aus Begriffen, die ebenso fraglicher Herkunft sind, gemacht habe? - Ein Wort, durch das ich ein menschliches Nicht-Können in ein tröstend allgemeines Müssen umgelogen habe? Soll ich meine Lügen anbeten? - Und wie steht es im Besondern mit dieser Gesetzmässigkeit? Da ist noch der Stoff, und an ihm greifen die gesetzmässigen Kräfte an. Aber wo ein Gesetz herrscht, wird immer ein Widerstrebendes vorausgesetzt -: soll nun das Widerstrebende in der Kraft selbst stecken oder im Stoff, in seiner Trägheit? Eine Kraft im Stoff - zwei Kräfte, die sich um den Stoff streiten, um den Stoff, der wiederum sich, als dem Widerstrebenden, sein eigenes Gesetz aufzwingt, das der Träge -? Darauf läuft es hinaus. Kraft gegen Kraft, eine unentwirrbare, grundlose Einschachtelung von Kräften, und in ihrem ewigen, makroskopischsten und mikroskopischsten, Streit soll es eine Gesetzmässigkeit, eine Norm geben, der sie alle als Widerstrebende untergeordnet sind? - Wer ist der Gesetzgeber? Nun, dafür gibt es vielerlei Worte, und hinter denen grinst der Vierhänder, der Mensch -: Ehrfurcht vor dem Menschen? Aber der Mensch ist auch ein Stück der Welt, - und so überkommt mich vielleicht die Ehrfurcht vor ihr, die eine solche anscheinende Gesetzmässigkeit, ein solches Abwägen zwischen Stark und Schwach, besitzt und in ihm sich dessen bewusst wird? - Vor solchem Bewusstwerden Ehrfurcht? Ehrfurcht vor dem, das unter Anderm den Menschen in die Erscheinung stieß? So bleibt, wenn ich einmal Ehrfurcht hegen will, nur die vor dem Unbekannten, jenem X; und da ich dieses geschaffen, so habe ich Ehrfurcht vor meiner Weisheit oder meiner Dummheit. Nun, meine Weisheit besteht, außer jener famosen Schöpfung des X, darin, dass ich weiß: dass da draußen ein Ding steht, von dem ich nur in Bild habe, - dass meine Sinne zu wenig sind und deshalb dieses Bild einseitig ist; jedes Tier, jede Pflanze, jedes Atom meines Körpers kennt wieder andere Seiten von ihm: weshalb kenne ich diese nicht? - dass - wenn mir auch tausend Sinne zur Verfügung ständen, - ich das so Übermittelte doch nur durch die drei Denkformen verarbeiten könnte: warum habe ich nicht mehr? - dass diese meine Denkformen geworden sind, garnicht da sind zur Erkenntnis, sondern nur zur Unterscheidung des mir Nützlichen und Schädlichen, ein anderes Organ: warum sind sie nur so beschaffen? warum muss ich dies erkennen? - und zum Schluss, dass mein Denken, meine Philosophie, meine Welt nur Worte sind, dass auch das tiefste