; er sprach wenigstens immer davon. Aber er war doch auch sehr zerrissen, wie man so sagt, so kompliziert, er hatte eine Neigung zum Paradoxen. - Was ich noch sagen wollte: er hat da zum Beispiel diese eine Idee von den Tropen gehabt. Damit war er sicher im Rechte. Sie kennen sie doch, er sagte, der moderne nervöse Mensch sei eigentlich nur eine Art Wilder, ein Mensch mit geschärften Jägerinstinkten. Ich glaube, er hatte recht. Sollten Sie diese Zustände nicht kennen?« »Nun ja. Ich weiß nicht recht. Ich kenne es möglicherweise schon, aber ich lege dem kein Gewicht bei. Sie überschätzen mich wahrscheinlich, haha, ich bin ein ganz simpler, normaler Kadaver mit Durchschnittsnerven. Ich bin Ingenieur, wie Sie wissen, also Realist, bei uns gibt es derlei Verwicklungen des praktischen Lebens nicht. In mir sehen Sie einen ehrlichen, geraden Kumpan mit menschlichen Instinkten, einen, der keinem Käfer was Böses tut, einen, der lebt und leben lässt. Das, was Slim über derlei Sachen dachte, ist gewiss sehr fesselnd und amüsant - ich für mein Teil habe aber durchaus keine Prätention zum Nervenmenschen. Sie fühlen sich also krank. Das kommt vom Magen, Charlie, wie Sie vorhin sehr richtig gesagt haben. Sie vertragen einfach diese langweilige Kost auf die Dauer nicht.« Van den Dusen sagte: »Aber Johnny, Sie sind ein Unglücksmensch, wenn Sie so gesund sind. Übrigens ist das erst die Frage. Jetzt wollte ich Sie dekorieren, ich glaube Slim aufs Wort, dass Nervosität ein Gradmesser der natürlichen Intelligenz ist. Der moderne Mensch läuft durchs Leben wie ein Indianer. Er ist immer am Sprunge. Er ist immer in Fühlung mit den Dingen. Er ist gleichsam der Scharfschütze - er hat den entferntesten Reiz wie eine Kugel im Lauf, er hat schon getroffen, bevor es noch losgeht. Sie verstehen, was ich meine. Für einen guten Schützen ist sein Gewehr zusamt der Flugbahn des Geschosses nur gleichsam ein langer Arm, er beherrscht die ganze Distanz wie ein Organ; wenn er zielt, wippt er mit der Distanz wie mit einem Peitschenende - so geht es auch dem Nervenmenschen. Er hat alle Geschosse im Lauf - er ist ungeheuer voll mit Möglichkeiten, mit Treffern; er hat die Distanz in der Faust. Und nur ein solcher Kerl konnte das entwickeln, was wir Intelligenz nennen, nur ein solcher konnte die distanzüberwindende Maschine erfinden. Wollen Sie das nicht zugeben? Das ist doch klipp und klar?« »Ach Gott, ja«, sagte ich, »ich bin doch selbst vom Bau, ich müsste das doch auch wissen. Ich bin in derlei Sachen ziemlich skeptisch