unterbrach ihn entsetzt: »Dann müssen Sie mich mitnehmen als Zeugen! Ich werde beschwören, dass Sie krank sind. - Sie sind mondsüchtig. Es darf nicht sein, dass man Sie hinrichtet, ohne Ihren Geisteszustand untersucht zu haben. So nehmen Sie doch Vernunft an!« Er wehrte nervös ab: »Das ist doch so nebensächlich, - bitte, sagen Sie mir alles!« »Aber was soll ich Ihnen denn sagen? - Reden wir doch lieber von Ihnen und - -« »Sie müssen, ich weiß das jetzt, gewisse, seltsame Dinge erlebt haben, die mich nah angehen, - näher als Sie ahnen können; - - ich bitte Sie, sagen Sie mir alles!«, flehte er. Ich konnte es nicht fassen, dass ihn mein Leben mehr interessierte als seine eigenen, doch wahrhaftig genügend dringenden Angelegenheiten; um ihn aber zu beruhigen, erzählte ich ihm alles, was mir an Unbegreiflichem geschehen war. Bei jedem größeren Abschnitt nickte er zufrieden, wie jemand, der eine Sache bis zum Grund durchschaut. Als ich zu der Stelle kam, wo die Erscheinung ohne Kopf vor mir gestanden und mir die schwarzroten Körner hingehalten hatte, konnte er es kaum erwarten, den Schluss zu erfahren. »Also, aus der Hand geschlagen haben Sie sie ihm«, murmelte er sinnend. »Ich hätte nie gedacht, dass es einen dritten Weg geben könnte.« »Es war das kein dritter Weg«, sagte ich, »es war derselbe, wie wenn ich die Körner abgelehnt hätte.« Er lächelte. »Glauben Sie nicht, Herr Laponder?« »Wenn Sie sie abgelehnt hätten, wären Sie wohl auch den Weg des Lebens gegangen, aber die Körner, die magische Kräfte bedeuten, wären nicht zurückgeblieben. - So sind sie auf den Boden gerollt, wie Sie sagen. Das heißt: sie sind hiergeblieben und werden von Ihren Vorfahren so lange gehütet, bis die Zeit des Keimens da ist. Dann werden die Kräfte, die in Ihnen jetzt noch schlummern, lebendig werden.« Ich verstand nicht: »Von meinen Vorfahren werden die Körner behütet?« »Sie müssen es teilweise symbolisch auffassen, was Sie erlebt haben«, erklärte Laponder. »Der Kreis der bläulich strahlenden Menschen, der Sie umstand, war die Kette der ererbten Iche, die jeder von einer Mutter Geborene mit sich herumschleppt. Die Seele ist nichts Einzelnes, - sie soll es erst werden, und das nennt man dann: Unsterblichkeit; Ihre Seele ist noch zusammengesetzt aus vielen Ichen - so, wie ein Ameisenstaat aus vielen Ameisen; Sie tragen die seelischen Reste vieler tausend Vorfahren in sich: - die Häupter Ihres Geschlechtes. Bei allen