Ehe geführt, mir kommen alle Details so durchaus vertraut vor, auch die Art der Beziehungen und das Wesen des Eheherrn. Aber kehren wir zu unseren moutons zurück - die illegitimen Chancen? - sehen Sie, unsere Freunde denken im allgemeinen, wir täten uns so leicht damit - man brauchte nur zu wollen, so hätte man, was man wollte. Nein, ich glaube, auf diesem Gebiet spielt der Zufall uns so willkürlich mit wie auf keinem anderen. Männer, die uns finanzieren wollen, gibt es genug, aber solche, die angenehm und dauernd finanzieren, dabei sympathisch oder wenigstens erträglich sind, nicht zuviel persönliche Ansprüche stellen und uns nicht plagen - ich fürchte, die muss man mehr oder weniger als seltenen Glücksfall betrachten. Meine besten Utilitätsbeziehungen oder die es werden wollten, waren fast immer Leute, die ich von vornherein oder nach kurzer Zeit nicht mehr ausstehen mochte. In günstigeren Fällen standen sie gerade erst im Begriff reich zu werden - man hätte warten und ausdauern müssen - oder sie hatten eben ihr Vermögen verloren. (Ich hoffe, Sie werden endlich einsehen, dass ich eigentlich doch ungemein wählerisch bin.) Wie oft habe ich mir gesagt: liebes Kind, es muss nun einmal sein... der Ernst des Lebens... Schulaufgaben müssen gemacht werden, sonst gibt es kein Dessert... Aber ich habe weder als Kind noch später den nötigen Eifer für meine Schulaufgaben gehabt, es war immer etwas anderes da, was mich gerade mehr lockte. Wenn man auf diesem Wege Karriere machen will und nicht ganz besonderen Dusel hat, muss man vor allem eiserne Nerven und eiserne Ausdauer haben. Und, wie beim Theater, möglichst früh anfangen, damit die Schattenseiten des Metiers zur Gewohnheit werden. Hat man sich erst daran gewöhnt zu tun und zu lassen, was man eben gerne tun und lassen möchte, ja, dann ist man zu verwöhnt. L'art pour l'art ist sicher schöner, erfreulicher, aber unrentabel. Nerven und Ausdauer, also im Grunde etwa dieselben Qualitäten wie für die Ehe. Stellen Sie sich eine Dauersache mit Finanzhintergrund vor - auf einmal hat man keine Lust mehr, möchte ich ihn eine Zeitlang nicht mehr sehen - aber er kommt unweigerlich zwei Abende in der Woche, will einen womöglich zwischendurch noch sehen. Oder es gefällt einem plötzlich jemand anders - finanzielle Dauersachen sind noch eifersüchtiger als der verheiratete Gatte. Manchmal lieben sie uns auch wirklich - sogar die Seele. Und verschiedene a tempo - sehr unbequem! Sobald die Männer Geld hergeben, sind sie viel scharfsichtiger und wissen besser Bescheid über Einkaufspreise: Jeder ahnt den anderen: Woher die indische Decke? - oder der Pelz oder sonst irgend etwas. Man müsste