, wenn, nachdem die größten Massen und die
äußersten Altersgrenzen erreicht sind, es einer Nation einfiele, auch Regimenter
von Frauen aufzustellen? Die Anderen müssten es nachahmen. Oder Kinderbataillone?
Die Anderen müssten es nachahmen. Und in der Bewaffnung - in den
Zerstörungsmitteln - wo wäre da die Grenze? O dieses wilde, blinde
In-den-Abgrundrennen!«
»Beruhigen Sie sich, lieber Tilling ... Sie sind ein rechter Phantast. Sagen
Sie mir ein Mittel, den Krieg abzuschaffen, so wäre es allerdings ganz gut.
Nachdem aber das nicht möglich ist, so muss doch jede Nation trachten, sich
darauf so gut als möglich vorzubereiten, um sich in dem unausweichlichen Kampf
ums Dasein (so heißt das Schlagwort des jetzt so modernen Darwin, nicht wahr?)
die größte Gewinnchance zu sichern.«
Wenn ich die Mittel, Kriege aufzuheben, vorschlagen wollte, so würden Sie
mich noch einen ärgeren Phantasten schelten, einen sentimentalen, von
Humanitätsschwindel (so heißt doch das beliebte Schlagwort der Kriegspartei?)
angekränkelten Träumer!« ...
»Allerdings könnte ich Ihnen nicht verhehlen, dass zur Erreichung eines
solchen Ideals aller praktischer Untergrund fehlt. Man muss mit den vorhandenen
Faktoren rechnen. Dazu gehören die menschlichen Leidenschaften, die Rivalitäten,
die Verschiedenheit der Interessen, die Unmöglichkeit, sich über alle Fragen zu
einigen -«
»Ist auch nicht nötig: wo die Zwistigkeiten beginnen, hat ein Schiedsgericht
- nicht aber die Gewalt - zu entscheiden.«
»Einem Tribunal werden sich die souveränen Staaten, werden sich die Völker
niemals fügen wollen.«
»Die Völker? Die Potentaten und Diplomaten wollen es nicht. Aber das Volk?
Man frage es nur, bei ihm ist der Friedenswunsch glühend und wahr, während die
Friedensbeteuerungen, die von den Regierungen ausgehen, häufig Lüge,
gleissnerische Lüge sind - oder wenigstens von den anderen Regierungen
grundsätzlich als solche aufgefasst werden. Das heißt ja eben Diplomatie. Und
immer mehr und mehr werden die Völker nach Frieden rufen. Sollte die allgemeine
Wehrpflicht sich verbreiten, so würde in demselben Masse die Kriegsabneigung
zunehmen. Eine Klasse von für ihren Beruf begeisterter Soldaten ist noch
denkbar: durch ihre Ausnahmestellung, die als eine Ehrenstellung gilt, die ihr
für die damit verbundenen Opfer Ersatz geboten; aber wenn die Ausnahme aufhört,
hört auch die Auszeichnung auf. Es schwindet die bewundernde Dankbarkeit, welche
die Heimgebliebenen den zu ihrem Schutze Hinausgezogenen weihen - weil es ja
Heimgebliebene überhaupt keine mehr gibt. Die kriegsliebenden Gefühle, die dem
Soldaten immer untergeschoben - und damit auch häufig erweckt werden, die werden
dann seltener angefacht; denn wer sind diejenigen, die am heldenmütigsten tun,
die am heftigsten von kriegerischen Grosstaten und Gefahren schwärmen?
Diejenigen, die davor schön