den Legföhren und Kohlröschen stumm wie der Fisch im Wasser. Der Kuss wird hier auch nicht so abgeschäckert, wie anderswo. Es ist, möchte ich sagen, als wie wenn sich das warme Blut nicht Zeit nehme, bis an die Lippen heraufzusteigen zu einer Weile, wo es anderwärtig so viel zu tun gibt. In die Arme fährt alles hinaus und weiß sich so ein verliebter Bursche mit seiner Empfindung nicht anders zu helfen, so fasst er sein Mädchen, wie der Müller den Kornsack, und schwingt es hoch in die Luft und tut ein Jauchzen dabei, dass schier die Wolken auseinanderfahren, wenn ihrer am Himmel stehen. Der Bertold macht es um kein Tüpfelchen anders. - Es sind zwei junge, blutarme Leute, auf der einsamen Alpenhöh' sich selbst überlassen. Was ist da zu beginnen? Je nun, je nun, ich denk', für mich dieweilen noch gar nichts. Bei den Waldteufeln In dieser Wildnis gibt es Gewerbe, von denen ich keine Ahnung gehabt habe. Buchstäblich von der Erde, von dem Gestein heraus graben die Leute ihr Brot. Und von den Bäumen schaben sie es herab, und aus dem allebendigen Ameishaufen wühlen sie es hervor, und aus ungeniessbaren Früchten zwingen sie es durch die hundertfältigen Mittel ihrer Schlauheit. Dass der Mensch doch so alles zu finden und zu nützen weiß! Hat er aber schon alles gefunden und genützt? Und die Bedürfnisse, sind sie schon dagewesen, ehe die Mittel gefunden worden, oder sind sie die Folgen der errungenen Dinge? - Wäre das letztere der Fall, ich hielte die tausenderlei Errungenschaften für keinen Gewinn. Die verkommenen oder verwegenen »Waldteufel« stehen mit den Menschenscharen draußen in engerer Verbindung, als man meint, und als sie es vielleicht selbst ahnen mögen. Na doch, sie wissen es gar wohl. Da ist gleich der Wurzner. Seine Lodenkutte geht ihm schier bis zu den Waden hinab; sein Hut ist ein wahres Familiendach, das aber stellenweise schon durchlöchert ist und bricht. Schon von weitem kennt man ihn. Da oben im Gestein klettert er herum und wühlt mit seinem krummen Stecheisen die Speikwurzel hervor. dabei brummt er denn gar zuweilen sein schlecht Liedel: »Wan ih speikgrobn tua Auf der Olm, do herobn, Do denk ih gern auf d'Weibaleut. Darot's es, wo da Speik hinkimmt? In's Türknlond für d'Weibaleut, Damit s' an bessern Gruchn kriagn, Im Türknlond, de Weibaleut!« Ich weiß es noch nicht, ob es wahr ist, dass Speik von hier in die Türkei wandert. Aber sie glauben es und so ist es ihnen so viel als wahr. Dieses stolze Bewusstsein des Wurzners, dass er die Frauenwelt des