welches das Bild
geklebt werden könnte. Wir bereiten solche Bretter gewöhnlich aus Eichenholz,
das aus zwei übereinanderliegenden Stücken, deren Fasern auf einander senkrecht
sind, und einem Roste besteht, damit dem sogenannten Werfen oder Verbiegen des
Holzes vorgebeugt werde. Als das Brett fertig und die Verkittung an demselben
vollkommen ausgetrocknet war, wurde das Gemälde auf dasselbe aufgezogen. Wir
hatten dort, wo die Ränder des Bildes weggeschnitten waren, die Holzfläche
größer gemacht und die neu entstandenen Stellen mit passender Leinwand gut
ausgeklebt, um dem Gemälde annähernd wieder eine Gestalt geben zu können, die es
ursprünglich gehabt haben mochte, und in der es sich den Augen wohlgefällig
zeigte. Hierauf wurde daran gegangen, das Bild von dem alten hie und da noch
vorfindlichen Firnisse und von dem Schmutze, den es hatte, zu reinigen. Der
Firnis war durch die gewöhnlichen Mittel leicht wegzubringen, nicht so leicht
aber der durch Jahrhunderte veraltete Schmutz, ohne dass man in Gefahr kam, auch
die Farben zu beschädigen. Das gereinigte, auf der Staffelei stehende Gemälde
wies uns nun eine viel größere Schönheit, als es uns nach der ersten,
oberflächlichen Waschung gezeigt hatte; aber es war durch die vielen Sprünge,
Risse und nackten Stellen noch so verunstaltet, dass eine genaue Würdigung auch
jetzt nicht möglich war, selbst wenn wir bedeutend größere Erfahrungen gehabt
hätten, als wir hatten. Roland und Eustach schritten zur Ausbesserung. Kein Ding
kann schwieriger sein, und durch keins sind Gemälde so sehr entstellt und
entwertet worden. Ich glaube, wir haben einen nicht unrichtigen Weg
eingeschlagen. Eine ursprüngliche Farbe durfte gar nicht bedeckt werden. Zum
Glücke hatte das Bild gar nie eine Ausbesserung oder sogenannte Übermalung
erhalten, so dass entweder nur die ursprüngliche Farbe vorhanden war, oder gar
keine. In die farbentblössten Stellen wurde die Farbe, welche die umgrenzenden
Ränder zeigten, gleichsam wie ein Stift eingesetzt, bis die Grube erfüllt war.
Wir nahmen die Farben so trocken als möglich und so dicht gerieben, als es der
Laufer auf dem Steine, ohne stecken zu bleiben, zuwege bringen konnte. Wenn sich
aber doch wieder nach dem Trocknen eine Vertiefung zeigte, wurde dieselbe
neuerdings mit der nämlichen Farbe ausgefüllt, und so fortgefahren, bis eine;
Höhlung nicht mehr entstand. Erhöhungen, die blieben, wurden mit einem feinen
Messer gleichgeschliffen. Auch über unausrottbaren Schmutz wurde die Farbe
seiner Umgebung gelegt. Wenn die Farbe nach längerer Zeit durch das 01, das sie
enthielt, und durch andere Ursachen, die vielleicht noch mitwirken,
nachgedunkelt war und sich in dem Gemälde als Fleck zeigte, wurde mit äußerst
trockener Farbe und mit der Spitze eines feinen Pinsels die Stelle so lange
gleichsam ausgepunktet, bis sie sich von der Umgebung durchaus nicht mehr
unterschied. Dieses Verfahren wurde