. Russland acceptirt dieselben ohne Abänderung und fügt sich dadurch dem Beschluss seiner bisherigen Verbündeten. Diesen fällt hierdurch die ganz natürliche Verpflichtung anheim, auch nach der andern Seite hin die Unveränderlichkeit ihres eigenen Werkes zu vertreten.« »Das ist richtig, Herr Baron; es ist nur zu bedauern, dass während der Verhandlungen Russland die Pforte auf's Neue durch Maßregeln reizte, die man höchstens in einem feindlichen eroberten Lande anwendet. Ich meine den Befehl Ihres Oberkommandirenden in den Fürstentümern an die Hospodaren, die Verbindung mit Konstantinopel und ihrem rechtmäßigen Souverain abzubrechen und den Tribut zurückzubehalten.« »Ich glaube, dass dies Zwischenfälle sind, die auf die allgemeine politische Rechtsfrage keinen Einfluss haben. - Am 11. August traf die Nachricht in Konstantinopel ein, dass Russland die Wiener Note angenommen habe. Hier, Excellenz, - ich rede nicht von Preußen - scheint mir die Aufrichtigkeit der vermittelnden Mächte ihr Ende zu haben.« »Ich verstehe Sie nicht, Herr Baron. Nach dem Bericht unseres Gesandten in Konstantinopel hat Lord Stratford am 13. eine Konferenz mit Reschid Pascha gehabt, in welcher er dringend von diesem verlangte, den Vorschlag der vier Mächte sich zu eigen zu machen, obschon derselbe erklärte, es seien mehrere bedenkliche Punkte darin, die sich der Annahme entgegen stellen würden. Am 14. wurde der Vorschlag vor den türkischen Ministerrat gebracht und verworfen, selbst wenn er amendirt würde. Lord Stratford, die nochmalige Ablehnung zu vermeiden, sandte bei dem auf's Neue am 15. gehaltenen Ministerrat einen Vorschlag an Reschid, die Pforte solle die Note annehmen, indem sie sich reservire, zu ihren Gunsten die bedenklichen Stellen auszulegen und ihre Interpretation der Beistimmung der vier Mächte unterbreite, die so den Sinn der wiener Note sicherstellen würden. Der Vorschlag wurde nach vieler Mühe angenommen.« »Aber diese Amendationen geben dem ganzen wiener Entwurf eine neue Fassung.« »Das ich nicht wüsste, Herr Baron. Die Bedenken der Pforte gründen sich auf drei Punkte. Zunächst soll der Passus über die tätige Sorgfalt des Kaisers von Russland für die griechischen Christen in der Türkei zu der Auslegung Raum geben, als ob die Sultane nur in Folge dieser tätigen Sorgfalt der griechischen Kirche Rechte und Freiheiten gegeben hätten, und damit Russland einen Vorwand zur weiteren Einmischung bieten. Danach glaubt die Pforte, dass der Passus über den Vertrag von Kutschuk-Kainardji die Fragen in Betreff der religiösen Privilegien in einer Weise hineinmenge, die durch jenen Vertrag gar nicht erfordert werde und die Souverainetät der Pforte bedrohe. - Endlich verlangt die Pforte, dass in dem Passus über die Gleichstellung der griechischen Kirche mit den anderen Riten ausdrücklich ausgesprochen werde: dass dies insoweit gemeint sei, als ihre Untertanen zu diesen anderen Riten gehören. Mir