oder hie und da gute
Ratschläge im Einzelnen zu erteilen, die ihm aber höchstens einen erstaunten
Blick eintragen.
Im Tanzsaale finden wir den Major von S., der, obgleich über die Jahre des
Tanzens schon fast hinüber, sich doch neulich auf heute Abend zu einem Walzer
verpflichtete, ein Leichtsinn, den er nun im Schweiße seines Angesichtes abbüssen
muss; den nunmehrigen Regierungsrat Eduard von B., der es an der Zeit findet,
sich gründlich unter den Töchtern des Landes umzuschauen; - sowie auch abermals
den Herrn von Dankwart, der ohne selbst zu tanzen, über diese Kunst im
Allgemeinen sehr gründlich abspricht und einzelnen jungen Damen Ratschläge
erteilt, die aber bei den Schönen und Gesuchten ein vornehmes Achselzucken, bei
den Bescheidenern und minder Hervorragenden ein leichtes mitleidiges Lächeln
hervorbringen.
In den entfernteren Zimmern, an den Tischen mit den Albums sehen wir jene
Herren mit den altmodischen Fräcken, Beamte des kriegsministeriellen
Departements, junge, noch schüchterne Offiziere und Künstler; - sowie auch
wieder den Herrn von Dankwart, der hier als Protektor und Kritiker auftritt,
sich so hoch streckt, als es seine kleinen Beine erlauben, die Nase gewaltig
erhebt und mit großer Bescheidenheit versichert, wenn auch seine Anwesenheit in
hiesiger Stadt im Allgemeinen noch von keinen großen Folgen gewesen sei, so
müsse er sich doch selbst zugestehen, dass sein Urteil, sein Lob und Tadel auf
dem Gebiete der Kunst schon außerordentliche Früchte getragen. - »Man fürchtet
sich vor mir,« sagte er, »man weiß, wie ich nur das Gute schätze, aber dem
Mittelmässigen streng entgegen trete; man muss es anerkennen, dass ich die
Aufmerksamkeit der Frau Herzogin auf manches bisher unbekannte Talent gelenkt,
und dass ich so zu sagen Künstler erzogen habe, die es noch zu etwas Grossem
bringen werden, wenn sie wie bisher meinen Winken und Ratschlägen Folge
leisten.«
Im Wintergarten finden wir einige Hofdamen, die plaudernd auf- und abgehen,
bald vor dieser Blumengruppe, bald vor jener bewundernd stehen bleiben, während
sie häufig ausrufen: »Charmant! - köstlich! - deliciös!« - die dabei ihre
weissseidenen Roben sehr in Acht nehmen, damit sie nicht an irgend ein nasses
Blatt streifen, und die Alle mit dem Fächer wedeln, sobald Eine die Bemerkung
macht, in dem Saale sei es unerträglich heiß; - sowie auch den unvermeidlichen
Herrn von Dankwart, der über Blumenzucht im Allgemeinen spricht, auch recht
anerkennend über den Gärtner des Kriegsministers urteilt, im Einzelnen aber die
bündige Erklärung abgibt, dass, obgleich hier viel für Blumenzucht geschähe, die
hiesigen Gewächshäuser doch keinen Vergleich aushalten könnten mit denen, die er
zu Haus verlassen, und dass, ohne ungerecht zu sein, was Pflanzen und Blumen
anbetreffe, hier sich gegen dort