Schlurck fest und bestimmt, die Sprache, alter Freund, in der man allein von ihr verstanden wird. Wenn der Unsinn siegt, geht man eben mit dem Unsinn. Ist es Mode, die Augen zu verdrehen, so spricht der Vernünftige von der Erleuchtung. Ist es Mode, mit den Pensionairs, den Offizieren und Beamten das Lied von der Majestät zu singen, so singt man's, wie man vor einigen Monaten, als die Taschendiebe und Wühler Volksversammlungen hielten, wühlte, die Volksversammlungen besuchte, immer Bravo rief und bloß hinten seine Rocktaschen zuhielt. Bester Freund, was wollen Sie nur gegen den Reubund? Ich bin selbst Mitglied. Ich denuncire Sie. Ich klatsche Ihnen einen Prozess an den Hals, bei dem Sie zehn Monate Wasser und Brot besehen können, trotz Geschworenengericht und allem mündlichen Zubehör. Das begreif' ich aber denn doch nicht, begann Dankmar, wie Sie bei der klaren Beurteilung der staatlichen und allgemein menschlichen Verhältnisse, die Sie vorhin zu erkennen gaben, doch so sich der allgemeinen Meinung, die Sie selbst schwerlich teilen, unterordnen und gleichsam mit den Wölfen heulen können. Der Reubund scheint mir wirklich eine der trostlosesten Ausgeburten eines Volks, das für politische Bildung seine völlige Unreife zur Schau stellt. Er ist das vollständigste testimonium paupertatis des Geistes, das sich eine in Servilität und Beamtenschmeichelei grossgezogene Bevölkerung nur stellen kann. Er ist eine Zuflucht der absolutesten Gedankenlosigkeit, ein Schafstall der Furcht und des panischen: Rette sich wer kann! Ein strenger Absolutist sogar, z.B. der geistreiche vorhingenannte General Voland von der Hahnenfeder, wird nicht im Stande sein, sich diesem Bunde anzuschließen; denn der Absolutist bedarf Ideen und dort findet er nur Götzendienst. Ganz Recht, bemerkte Schlurck und zog, um doch den feurigen Sprecher schärfer zu betrachten, die Brille auf die Stirn; ich stimme Ihnen vollkommen bei, und dennoch hab' ich die Mode mitgemacht, eben weil sie Mode ist und man sich nur in Weitläufigkeiten und lästige Auseinandersetzungen verwickelt, wenn man den Leuten sagen soll, warum man die Mode nicht mitmacht. Darum tragen wir ja die allgemeine französische Tracht, um uns das Echauffement zu ersparen bei Auseinandersetzung der Gründe, die uns bestimmen könnten, diese oder jene uns viel geschmackvoller erscheinende Kleidung zu tragen. Sie könnten nicht nur ewig zu tun haben, um geschmacklosen Leuten auseinanderzusetzen, warum spanisch schöner als byzantinisch ist, sondern auch auffallen, sehr auffallen, und ich gebe Ihnen die Versicherung, Sie sind jung, Sie streben vielleicht erst nach einer festen Lebensstellung, ich bitte um Verzeihung für diese Voraussetzung, aber haben Sie eine feste Lebensstellung erreicht, so ist Ihnen nichts störender als das Auffallen. Das Auffallen zwingt Sie, mit Ihrem Dasein immer wieder