und dass unser Herrgott mehr
als recht gehabt hätte, wenn er ihn nicht bloß beregnet, sondern auch behagelt
hätte, das dachte Joggeli nicht von ferne. Er war nicht bloß von denen einer,
die nimmerdar zur Wahrheit kommen können, sondern von den Unglücklichen einer,
welche Menschen, Gott und sich selber immerfort belügen und es nicht einmal
merken.
Es gibt Worte, sie gehen in den Kopf wie Splitter ins Fleisch: man merket es
nicht. Erst nach einer Weile fangen sie an zu schmerzen und zu eitern, und oft
hat man seine liebe Not, ehe man sie wieder rauskriegt.
Im August ist die Zeit, wo man die Dienstboten und namentlich die Knechte
frägt, ob sie bleiben wollen oder nicht, oder wo man, wenn man sie nicht mehr
will, andere sucht und dingt. Der Wechsel findet erst auf Weihnacht statt oder
eigentlich nach dem Neujahr. Die zwischen beiden Tagen liegende Zeit gibt man
meist frei, besonders den Mägden zum Zurechtmachen ihrer Kleider, und weil sie
doch das ganze Jahr gearbeitet, will man sie nicht um das Neujahren, das heißt
eine ähnliche Mahlzeit wie die Sichelten, bringen. Rechte Meister und rechte
Dienstboten versehen sich in dieser Zeit, machen, dass sie wissen, woran sie
sind. Was leichtere Ware ist, läuft noch lange herum um Meister aus oder lässt
auf den Zufall es ankommen oder verspricht einer Dienstbotenmäklerin einige
Batzen, wenn sie ihm einen Platz zuhanden habe. Spekulative oder kaltblütige
Meister warten auch oft bis zuletzt. Sie sagen, es gebe Leute genug, warte man
bis zu Weihnachten, so kriege man die, welche noch keine Plätze hätten ganz
wohlfeil, wie man ja auch auf Viehmärkten zumeist das Vieh zuletzt am
wohlfeilsten kriege, weil es den Leuten zuwider sei, dasselbe unverkauft wieder
nach Hause zu treiben. Die Leute kalkulieren verschieden, und fast jeder Mensch
hat nicht sowohl eine andere Rechnungsweise, sondern er wertet die verschiedenen
Faktoren anders und auf seine Weise. Und das ist eben eine Kunst, welche Wenige
verstehen, jedem Faktor den wahren und echten Wert beizulegen, und dies allein
schützt doch vor dem fatalen Verrechnen.
Es war August und Uli sagte nichts von Dingen oder Wechseln, es ward Vreneli
ganz angst dabei, und doch fing es nicht gerne davon an. Es gibt in jeder Ehe
Punkte, von welchen das Eine oder das Andere nicht gerne anfängt, Punkte, wo man
fürchtet, man möchte verschiedener Meinung sein, Punkte, wo dem Einen oder dem
Andern sein Gewissen sagt, es sei auf dem Holzweg, während es diesen Holzweg dem
Andern zulieb nicht verlassen mag, Punkte, wo das Eine oder das Andere den
Schein vermeiden möchte, als wolle es meistern und regieren. So zum Beispiel
regieren