in Gottes Namen gefasst, die beste Abwehr sei für unbegrenzte Angst? Aber so ists, schön Predigen ist nicht schwer und viel Glauben auch nicht, aber den Glauben zum Leben werden zu lassen und die Predigt zu einer Brücke vom alten Wort ins junge Leben, das ist schwer. Zumeist hat es der Mensch wie ein kluger Kaufmann, alles wohl sortiert, hier eins apart und dort das andere für sich, in einem Krummen ist der Glaube, in einem andern sind die Ansichten, in einem dritten die Grundsätze, in einem vierten die Gefühle, das Leben aber hat er in den Fingern, und wenn er seinen Kunden wägen tut Rosinen und Weinbeeren, Mandeln und Kaffee, so frägt er weder nach Ansichten noch nach Grundsätzen, sondern wiegt eben, wie es ihm in den Fingern ist. Schlägt der Kaffee ab, so wiegt er wie der frommste Christ, denn viel Absetzen so schnell als möglich ist sein größter Vorteil; schlagen die Weinbeeren auf, so kleben sie ihm an den Fingern und er wiegt wie ein emanzipierter (das sind eben die schlimmsten) Jude, denn je weniger er heute gibt, desto mehr löst er aus den andern morgen. So aber wie ein wohlassortierter Jude soll es der Christ nicht haben, er soll eins sein, das heißt nicht alles durcheinander, einem Knäuel gleich, in welchem es hinten und vornen gleich strub ist, wie es in mancher Schreiberei aussieht und in manchem oberkeitlichen und sonstigen Haushalt, sondern einem schönen Baume gleich, wo aus lebendig gewordenem Kerne die festen Wurzeln sprossen, schlank der Stamm gen Himmel strebt, schattenreich und weit die Äste sich ausbreiten. Der Glaube ist das Wurzelgeflecht im christlichen Herzen, entsprossen dem lebendig gewordenen Worte, der Stamm ist des Lebens Wuchs, das den Himmel sucht, die Äste die einzelnen Verrichtungen, welche das Leben fordert. Dieses Einswerden in sich ist auch das Einswerden mit Gott, unser Ziel auf Erden, zu welchem Christi Fußstapfen führen, aber wohlverstanden nicht diesseits, sondern erst jenseits. Weit kommoder als dies ists freilich, wenn man annimmt unser Fleisch sei unser Gott, und was das wolle, sei recht; da ist die Einheit rasch da, aber es ist die Einheit, welche bereits in der Maus und in der Katze, im Hunde und im Hasen ist. Kommod ists wieder, wenn man unser Fleisch für einen dürren Ast erklärt, der nichts mehr zu bedeuten hätte, also den Glauben oder den Geist nichts anginge, so dass was allfällig noch mit ihm vorginge, ehe er völlig zu Staube würde, sie nicht im mindesten zu verantworten hätten. Das ist den Worten nach zwei, aber dem Wesen nach eins; es führt beides zu der Einheit, welche im Tiere