dWelt ist afe schlecht.« »Ja«,
sagte Anne Mareili, »aber noch manches Meitschi sinnete das Bessere, aber man
lässt nicht lugg, bis es nicht anders als die Andern ist.« »He ja«, sagte die
Mutter, »es geht all Weg«, aber der Tochter Sinn verstund sie nicht.
Drinnen gings in lauter Friede, dass die Mutter sich gewaltig wunderte, als
sie den Wein brachte und sah, wie der Alte mit Resli redete, freilich nicht wie
mit seinesgleichen, denn der Dorngrütbauer war der Meinung, dass seinesgleichen
nicht auf Erden sei, und kein Altadelicher konnte auf seine Weise stolzer sein
als der Dorngrütbauer. Seine Einbildung stützte sich nicht nur auf seinen
Reichtum, sondern auch auf seine Weisheit und Einsicht. Er hatte einige Händel
gewonnen, und einmal war er fast Ratsherr geworden, hatte sich wenigstens bereit
erklärt, dass er es annehmen würde; zudem waren ihm einige Redensarten über
Herren und Pfaffen geläufig, mit denen er regelmäßig alle Sonntage einige
Handwerksbursche und an Gerichtstagen den Gerichtschreiber zu lachen machte.
Daher behandelte er niemand als seinesgleichen; wem er Ehrfurcht bezeigen
sollte, den floh er, aus welchem Grunde wahrscheinlich er auch von unserem
Herrgott keine Notiz nahm und tat, als ob derselbe nirgendwo wäre; mit wem er
zusammentraf und sich abgeben musste, der musste es wissen und empfinden, dass es
der Dorngrütbauer sei, mit dem er rede. Und wenn er mit einem zusammentraf, der
ihn nicht kannte, was noch hie und da geschah, obgleich seine Nase selten
außerhalb seiner Kuhweid zu sehen war, so sagte er, das düeche ihn kurios, sust
wüss öppe esn ieders King uf dr Welt, wer der Dorugrütbauer sei. Es wäre sehr
merkwürdig gewesen, wenn der und Goethe sich einmal getroffen hätten, sie Zwei
an einem Wirtshaustisch, zwischen Beiden etwa ein Kalbskopf an weißer Sauce, und
hätte der Goethe nicht gewusst, wer der Dorngrütbauer sei, und der Dorngrütbauer
ebenso wenig von dem Goethe: was die sich für Augen gemacht hätten und wie jeder
bei sich gedacht hätte, der weiß afe nüt, wird ume son e Löhl sy! Nun, über
dieses Verwundern darf man sich bei solchen Notabilitäten nicht verwundern,
geschah es doch sogar einem gewissen (Löhl darf man nicht sagen) Badbeschreiber
in Deutschland, das heißt einem Solchen, der für Geld oder freies Logis mit Kost
gewisse Bäder rühmt, dass er sich gröblich wunderte, wie auf irgend einer Straße
irgend ein ordinärer Mensch nicht wusste, wer er sei. Nun er wird gemeint haben,
wenigstens unter seinesgleichen sollte er bekannt sein.
So ein junger Bursche war natürlich tief unter ihm, und er ließ es Resli
auch gehörig fühlen mit Manieren, Bemerken und