ich Sie hier frage, ob Sie jemals durch die Ausführung irgend eines Planes völlig befriedigt wurden? oder, ob Sie nicht über den Moment des Erlangens hinaus, lieber alles umgeworfen, und die Sache von neuem und anders angefangen hätten? Glauben Sie mir, Sie sind es nicht allein, es ist der Mensch überhaupt, der so empfindet. Wir kennen keinen Genuss. Was wir so nennen, ist nur das rote Läppchen an der Angel, die uns fortzieht. Das Ziel täte es, und nicht das Streben danach allein. Ich küsse Ihre Hände, und lege diese auf die Häupter Ihrer Kinder, dass Sie sie in Freudigkeit segnen mögen. Ganz der Ihrige. Hugo an Heinrich Ich will Dich nicht glauben lassen, die Flitterwochen vermöchten so viel über mich, dass ich die übrige Welt darüber vergässe. Ich bin in meinem Leben nicht geneigter gewesen, da Unterhaltung zu suchen, wo sie sich mir bietet, als eben jetzt. Ehrlich gestanden, dieser Nachhall des ausgesprochenen Ja, ist ein wenig eintönig! Was sagt man sich noch, wenn alles beantwortet ist? Missverstehe mich nicht. Emma's Nähe ist wie der Frühling. Sie überkleidet alles mit jenen Lichtfarben, die uns anlächeln und den Sinn in behagliches Empfinden einwiegen. Ich sehe mich leicht auf Minuten so angesprochen. Aber - doch genug! - Ich brauche scharfe Schatten, und verliere mich gern in die Tiefe zackiger, unförmlicher Schlüfte, aus denen der wilde Schrei der Natur meine träumende Seele wie ein Echo anruft. Wir sind moderne Reisende, Heinrich. Wir fahren die gebahnte, geebnete Straße, verweilen, wo Alle verweilen, und bewundern, was Alle bewundern. Emma ist entzückt. Ich begleite sie willig, aber sie kann mir auf meinen einsamen Wanderungen durch das Labyrinth großartiger Verwilderung nicht folgen. Man nennt nicht unpassend auch das Leben eine Reise. Nenne es, wie Du willst. - So viel weiß ich wohl, dass man sich auf der einen wie auf der andern, allein, am freiesten bewegt. Wie selten halten zwei Menschen gleichen Schritt. Wie jener sich beschränkt, muss dieser sich über Vermögen anstrengen. Man mag die Kräfte gegenseitig abwägen, wie man will, jede Probe zeigt, dass die Berechnung falsch war. Doch genug! wir reisen! Es war bei alledem gut, dass wir aus der Klemme der Hofetiquette und Familienrücksichten herauskamen. Ich war wie zwischen zwei Mühlräder zermalmt. Mir ist in der ganzen Gotteswelt nichts lächerlicher, als der Wahn, dass ein Mensch dem Andern eine Gnade zu erweisen denkt. Die Gewohnheit ist hierin, wie in so Vielem, die größte Gauklerin. Sie macht die Fabel zur Historie. Du kennst indes meine Art. Ich mag Niemanden Ärgernis geben