, wenn sie so lebhaft
auf Beherzigung des einen dringen, woher alles entspringt und worauf alles
wieder zurückzuführen wäre. Denn freilich ist das belebende und ordnende Prinzip
in der Erscheinung dergestalt bedrängt, dass es sich kaum zu retten weiß. Allein
wir verkürzen uns an der andern Seite wieder, wenn wir das Formende und die
höhere Form selbst in eine vor unserm äußern und innern Sinn verschwindende
Einheit zurückdrängen.
Wir Menschen sind auf Ausdehnung und Bewegung angewiesen; diese beiden
allgemeinen Formen sind es, in welchen sich alle übrigen Formen, besonders die
sinnlichen, offenbaren. Eine geistige Form wird aber keineswegs verkürzt, wenn
sie in der Erscheinung hervortritt, vorausgesetzt dass ihr Hervortreten eine
wahre Zeugung, eine wahre Fortpflanzung sei. Das Gezeugte ist nicht geringer als
das Zeugende, ja es ist der Vorteil lebendiger Zeugung, dass das Gezeugte
vortrefflicher sein kann als das Zeugende.
Dieses weiter auszuführen und vollkommen anschaulich, ja, was mehr ist, durchaus
praktisch zu machen, würde von wichtigem Belang sein. Eine umständliche
folgerechte Ausführung aber möchte den Hörern übergrosse Aufmerksamkeit zumuten.
Was einem angehört, wird man nicht los, und wenn man es wegwürfe.
Die neueste Philosophie unserer westlichen Nachbarn gibt ein Zeugnis, dass der
Mensch, er gebärde sich, wie er wolle, und so auch ganze Nationen immer wieder
zum Angebornen zurückkehren. Und wie wollte das anders sein, da ja dieses seine
Natur und Lebensweise bestimmt.
Die Franzosen haben dem Materialismus entsagt und den Uranfängen etwas mehr
Geist und Leben zuerkannt; sie haben sich vom Sensualismus losgemacht und den
Tiefen der menschlichen Natur eine Entwickelung aus sich selbst eingestanden,
sie lassen in ihr eine produktive Kraft gelten und suchen nicht alle Kunst aus
Nachahmung eines gewahrgewordenen Äußeren zu erklären. In solchen Richtungen
mögen sie beharren.
Eine eklektische Philosophie kann es nicht geben, wohl aber eklektische
Philosophen.
Ein Eklektiker aber ist ein jeder, der aus dem, was ihn umgibt, aus dem, was
sich um ihn ereignet, sich dasjenige aneignet, was seiner Natur gemäß ist; und
in diesem Sinne gilt alles, was Bildung und Fortschreitung heißt, teoretisch
oder praktisch genommen.
Zwei eklektische Philosophen könnten demnach die größten Widersacher werden,
wenn sie, antagonistisch geboren, jeder von seiner Seite sich aus allen
überlieferten Philosophien dasjenige aneignete, was ihm gemäß wäre. Sehe man
doch nur um sich her, so wird man immer finden, dass jeder Mensch auf diese Weise
verfährt und deshalb nicht begreift, warum er andere nicht zu seiner Meinung
bekehren kann.
Sogar ist es selten, dass Jemand im höchsten Alter sich selbst historisch wird
und dass ihm die Mitlebenden historisch werden, so dass er mit niemanden mehr
kontrovertieren mag noch kann.
Besieht man es genauer, so findet sich, dass dem Geschichtschreiber