als
zarte Bewegungen eines färbenden oder klappernden Stifts, oder wunderliche
Zusammenziehungen und Figurationen einer elastischen Flüssigkeit zu sein
scheinen, auf eine wunderbare Weise in ihm. Sie verbreiten sich von dem Punkte,
wo er den Eindruck fest stach, nach allen Seiten mit lebendiger Beweglichkeit,
und nehmen sein Ich mit fort. Er kann dieses Spiel oft gleich wieder vernichten,
indem er seine Aufmerksamkeit wieder teilt oder nach Willkür herumschweifen
lässt, denn sie scheinen nichts als Strahlen und Wirkungen, die jenes Ich nach
allen Seiten zu in jenem elastischen Medium erregt, oder seine Brechungen in
demselben, oder überhaupt ein seltsames Spiel der Wellen dieses Meers mit der
starren Aufmerksamkeit zu sein. Höchst merkwürdig ist es, dass der Mensch erst in
diesem Spiele seine Eigentümlichkeit, seine specifische Freiheit recht gewahr
wird, und dass es ihm vorkommt, als erwache er aus einem tiefen Schlafe, als sei
er nun erst in der Welt zu Hause, und verbreite jetzt erst das Licht des Tages
sich über seine innere Welt. Er glaubt es am höchsten gebracht zu haben, wenn
er, ohne jenes Spiel zu stören, zugleich die gewöhnlichen Geschäfte der Sinne
vornehmen, und empfinden und denken zugleich kann. Dadurch gewinnen beide
Wahrnehmungen: die Außenwelt wird durchsichtig, und die Innenwelt mannichfaltig
und bedeutungsvoll, und so befindet sich der Mensch in einem innig lebendigen
Zustande zwischen zwei Welten in der vollkommensten Freiheit und dem freudigsten
Machtgefühl. Es ist natürlich, dass der Mensch diesen Zustand zu verewigen und
ihn über die ganze Summe seiner Eindrücke zu verbreiten sucht; dass er nicht müde
wird, diese Associationen beider Welten zu verfolgen, und ihren Gesetzen und
ihren Sympatieen und Antipatieen nachzuspüren. Den Inbegriff dessen, was uns
rührt, nennt man die Natur, und also steht die Natur in einer unmittelbaren
Beziehung auf die Gliedmaßen unsers Körpers, die wir Sinne nennen. Unbekannte
und geheimnisvolle Beziehungen unsers Körpers lassen unbekannte und
geheimnisvolle Verhältnisse der Natur vermuten, und so ist die Natur jene
wunderbare Gemeinschaft, in die unser Körper uns einführt, und die wir nach dem
Maße seiner Einrichtungen und Fähigkeiten kennen lernen. Es frägt sich, ob wir
die Natur der Naturen durch diese specielle Natur wahrhaft begreifen lernen
können, und in wiefern unsre Gedanken und die Intensität unsrer Aufmerksamkeit
durch dieselbe bestimmt werden, oder sie bestimmen, und dadurch von der Natur
losreißen und vielleicht ihre zarte Nachgiebigkeit verderben. Man sieht wohl,
dass diese innern Verhältnisse und Einrichtungen unsers Körpers vor allen Dingen
erforscht werden müssen, ehe wir diese Frage zu beantworten und in die Natur der
Dinge zu dringen hoffen können. Es ließe sich jedoch auch denken, dass wir
überhaupt erst uns mannichfach im Denken müssten geübt haben, ehe wir uns an dem
innern Zusammenhang unsers Körpers versuchen und seinen Verstand zum Verständnis
der