eine solche
Albernheit zutraun? denn etwas recht Albernes ist es, wenn so zwei Personen von
verschiedenem Geschlecht sich ein Verhältnis ausbilden und einbilden, wie reine
Freundschaft. Mit Amalien ist es gar nichts, als dass ich sie zum Scherz liebe.
Ich möchte sie gar nicht, wenn sie nicht ein wenig kokett wäre. Gäbe es nur mehr
solche in unserm Zirkel! eigentlich muss man alle Frauen im Scherze lieben. -
Julius! ich glaube du wirst ganz närrisch. - Nun versteh mich wohl; nicht
eigentlich alle, sondern nur alle, die liebenswürdig sind und die einem eben
vorkommen. - Das ist also weiter nichts als was die Franzosen Galanterie und
Kokett nennen. - Weiter nichts, außer dass ich's mir schön und witzig denke. Und
dann müssen die Menschen wissen, was sie tun und was sie wollen, und das ist
selten der Fall. Der feine Scherz verwandelt sich in ihren Händen gleich wieder
in groben Ernst. - Dieses im Scherz lieben ist nur gar nicht scherzhaft
zuzusehen. - Daran ist der Scherz unschuldig; das ist nichts wie die fatale
Eifersucht. Verzeih mir, Liebe! ich will nicht auffahren, aber ich begreife
durchaus nicht wie man eifersüchtig sein kann: denn Beleidigungen finden ja
nicht statt unter Liebenden, so wenig wie Wohltaten. Also muss es Unsicherheit
sein, Mangel an Liebe und Untreue gegen sich selbst. Für mich ist das Glück
gewiss und die Liebe Eins mit der Treue. Freilich wie die Menschen so lieben, ist
es etwas anders. Da liebt der Mann in der Frau nur die Gattung, die Frau im Mann
nur den Grad seiner natürlichen Qualitäten und seiner bürgerlichen Existenz, und
beide in den Kindern nur ihr Machwerk und ihr Eigentum. Da ist die Treue ein
Verdienst und eine Tugend; und da ist auch die Eifersucht an ihrer Stelle. Denn
darin fühlen sie ungemein richtig, dass sie stillschweigend glauben, es gäbe
ihres gleichen viele, und einer sei als Mensch ungefähr so viel wert wie der
andre, und alle zusammen nicht eben sonderlich viel. - Du hältst also die
Eifersucht für nichts anders als leere Rohheit und Unbildung. - Ja oder für
Missbildung und Verkehrtheit, was eben so arg, oder noch ärger ist. Nach jenem
System ist es noch das beste, wenn man mit Absicht aus bloßer Gefälligkeit und
Höflichkeit heiratet; und gewiss muss es für solche Subjekte eben so bequem als
unterhaltend sein, im Verhältnis der Wechselverachtung neben einander weg zu
leben. Besonders die Frauen können eine ordentliche Passion für die Ehe
bekommen; und wenn eine solche erst Geschmack daran findet, so geschieht es
leicht, dass sie ein halbes Dutzend nach einander heiratet, geistig oder
leiblich; wo es denn nie an Gelegenheit gebricht,