ich eigentlich davon reden, welchen Eindruck dieser fantastische Roman auf die Frauen machen würde, wenn der Zufall oder die Willkür ihn fände und öffentlich aufstellte. Es wäre auch in der Tat unschicklich, wenn ich dir nicht in aller Kürze mit einigen kleinen Beweisen von Weissagung und Divination aufwartete, um mein Recht auf die Priesterwürde dazutun. Verstehen würden mich alle, keine so missverstehen und so missbrauchen wie die uneingeweihten Jünglinge. Viele würden mich besser verstehen als ich selbst, aber nur Eine ganz, und die bist du. Alle übrigen hoffe ich wechselweise anzuziehen und abzustossen, oft zu verletzen und eben so oft zu versöhnen. Bei jeder gebildeten wird der Eindruck ganz verschieden, und ganz eigen sein; so eigen und so verschieden wie ihre eigentümliche Art zu sein, und zu lieben. Klementinen wird das Ganze bloß interessieren als eine Sonderbarkeit, hinter der aber doch wohl etwas sein könnte; einiges indessen wird sie richtig finden. Man nennt sie hart und heftig, und doch glaube ich an ihre Liebenswürdigkeit. Ihre Heftigkeit versöhnt mich mit ihrer Härte, obgleich beide sich dem äußern Anschein nach vermehren. Wäre die Härte allein, so müsste sie Kälte und Mangel an Herz scheinen; die Heftigkeit zeigt, dass heiliges Feuer da ist, was durchbrechen will. Du kannst leicht denken wie sie einem mitspielen würde, den sie im Ernst liebte. Die weiche und verletzbare Rosamunde wird sich eben so oft anneigen als wegwenden, bis »scheue Zartheit kühner wird und nichts als Unschuld sieht in inn'ger Liebe Tun«. Juliane hat eben so viel Poesie als Liebe, eben so viel Enthusiasmus als Witz: aber beides ist zu isoliert in in ihr, darum wird sie bisweilen über das kühne Chaos weiblich erschrecken, und dem Ganzen etwas mehr Poesie und etwas weniger Liebe wünschen. Ich könnte so noch lange fortfahren, denn ich strebe aus allen Kräften nach Menschenkenntnis, und ich weiß meine Einsamkeit oft nicht würdiger anzuwenden, als indem ich darüber reflektiere, wie diese oder jene interessante Frau in diesem oder jenem interessanten Verhältnisse wohl sein und sich verhalten dürfte. Doch genug für jetzt, sonst möchte es dir zu viel werden, und die Vielseitigkeit deinem Propheten übel geraten. Denke nur nicht so arg von mir und glaube, dass ich nicht allein für dich sondern für die Mitwelt dichte. Glaube mir, es ist mir bloß um die Objektivität meiner Liebe zu tun. Diese Objektivität und jede Anlage zu ihr bestätigt und bildet ja eben die Magie der Schrift, und weil es mir versagt ist, meine Flamme in Gesänge auszuhauchen, muss ich den stillen Zügen das schöne Geheimnis vertrauen. dabei denke ich aber eben so wenig an die ganze Mitwelt, als an die Nachwelt. Und muss es ja eine