zu kämpfen, welche durch seine frühere Erziehung, durch Konvenienz, bürgerliche Einrichtungen, Gesellschaften und manches Individuelle in seiner Lage, erzeugt werden; allein sollten wir darum jeden Versuch zur Besserung der Menschen aufgeben, weil so viele Ursachen vorhanden sind, die dieser Besserung entgegen wirken? Oder ist dieses nicht vielmehr ein Antrieb, wahre Aufklärung, und reine, einfache Moral, immermehr unter die Menschen zu verbreiten? Wenn wir gleich, unter unsern Weibern, keine Elisa finden möchten, so finden wir doch Manche unter ihnen, so empfänglich für jedes Gute, so bereitwillig es auszuüben, dass es ihnen oft nur an Berichtigung ihrer Begriffe, und mehrerer Ausbildung derselben fehlt, um ganz das leisten zu können, was sie als Weiber leisten sollten; und für diese werden die Schriften, welche für sie geschrieben sind, nicht ganz ohne Nutzen bleiben. Man hat es Unrecht gefunden, dass die sterbende Elisa Zweifel gegen die Unsterblichkeit der Seele hegte. Es war meine Absicht, dass reine Moral die Bewegungsgründe zu Elisa's Handlungen ausmachte, und keine Grundsätze der positiven Religion, welche nur zu oft schwankend werden. Dann aber musste Elisa über positive Religion ganz aufgeklärt sein, oder sie war nicht das Weib, wie ich sie schildere. Und sie, welche ihr ganzes Leben hindurch, Hoheit des Geistes und Festigkeit zeigte, hätte nicht sagen können, dass sie sich schon die Zerstörung ihres Wesens gedacht hätte? Mit der Erkenntnis, dass wir von einer Fortdauer nach dem Tode nichts wissen können, ist schon der Gedanke von der Zerstörung unsers Wesens verbunden, und viele Menschen müssen ihn schon gedacht haben. Ich wollte zeigen, dass die Ruhe im Tode wohl hauptsächlich aus der Überzeugung entspringt, auf der Erde unsere Pflichten erfüllt zu haben; weiter hinaus ist ein Vorhang vorgezogen, den wir Menschen wohl nie aufheben werden. Halbe Aufklärung ist immer schädlich, warum sollen aber denn die Weiber nur halb aufgeklärt sein? Wer wird es verhindern, dass sie nicht viele Schriften lesen, in welchen über den Satz von der Unsterblichkeit der Seele entgegengesetzte Meinungen aufgestellt sind? Wird diese Ungewissheit sie aber nicht unglücklich machen, wenn sie diesen Satz als eine Bedingung ihrer Glückseeligkeit angenommen haben? Und wäre es nicht besser, wenn jeder Einzelne diesen Satz als eine philosophische Meinung betrachtete, dessen Entscheidung außerhalb dem Gebiete des Menschen liegt, und eben deshalb auf die Ruhe und das Glück des Menschen keinen Einfluss haben kann? Bei mehrerm Nachdenken werden vielleicht die meisten Menschen zu dieser Überzeugung gelangen, die vielleicht im Tode am meisten Ruhe gewährt, da wir uns alsdann gewöhnt haben, an die Zukunft mit Ruhe zu denken. Warum sollten wir aber das Nachdenken der Weiber nicht auch auf diesen Gegenstand leiten, da es für sie eben