, was sonst in mir nur ferne, leise Ahndung war, ist nun zur Gewissheit geworden. Aus diesem Grunde werde ich nicht nach Rom zurückkehren, um mich nach und nach dem Andrea und seinen Gesellschaftern fremd zu machen; denn mögen Sie es Einfalt nennen oder wie Sie wollen, ich habe jetzt vor ihm und seinen Meinungen eine gewisse Scheu; ich möchte mein Herz und meinen Verstand beruhigen, und er würde alles anwenden, um beides zu zerstören. Ich könnte leicht durch neue Wendungen zu einer vielleicht noch schlimmern Verehrung hingerissen werden, wer weiß, welche Schwächen er noch in mir entdeckte, die er zu seinem Vorteile nützen könnte! - Freilich ist es etwas Törichtes, sich vor sich selber und vor etwas, das man noch nicht kennt, zu fürchten, aber vieles Törichte ist sehr menschlich, das fühl ich und vielleicht eben darum gut, und deswegen will ich nach diesem Gefühle handeln. Ich bin nicht leichtsinnig genug, um ein Rosa, und nicht Entusiast genug, um ein Lovell zu werden, und beide sind vielleicht schon sehr unglücklich. Sagen Sie mir über meinen Brief Ihre aufrichtige Meinung. 2 Francesco an Adriano Rom. Mich freut das Zutrauen, das Sie in Ihrem Briefe zeigen, ich kann Ihnen nichts weiter darauf antworten, als dass ich glaube, Sie haben recht, und dass ich sogar darauf schwören wollte, dass Sie recht haben. - Sie kennen mich sehr gut, wenn Sie meinen, dass ich im stillen ebenso wie Sie über Andrea gedacht habe, aber ich gestand mir selbst nicht, wie ich dachte, es war mir grade so wie einem, der sich selbst gern eine Krankheit ableugnen möchte, um sich nur eine langweilige, mühselige Kur zu ersparen. Nun ich aber die erste Medizin genommen habe, kann ich unmöglich wieder zurücktreten, ohne alles zu verderben. So wie man sich an alles in der Welt gewöhnt, so hatte ich mich auch daran gewöhnt, unsern Andrea zu bewundern; ich schob dabei immer die Schuld auf mich, wenn mir mancherlei an ihm seltsam und abenteuerlich vorkam. - Man kann wirklich annehmen, dass wir, so wie Andrea und alle Menschen, in einem gewissen Grade wahnsinnig oder toll sind, wir glauben es aber nur von denen, bei denen diese Tollheit eine solche Konsistenz erhalten hat, dass sie zur sichtbaren Einheit wird und dass man sie als ein seltsames Kunstwerk betrachten kann. Aber jedermann hat irgend etwas an sich, das wahrhaftig nicht im mindesten mit seinem ordinären, sogenannten Verstande zusammenhängt. Ich habe Leute gesehen, die Geschmack hatten und die abgeschmacktesten verschimmelten Scharteken mit einem solchen Eifer zusammenkauften, als wenn es ihre Lieblingsschriftsteller gewesen wären; andere, die philosophische Schriften über alles rühmten und von einigen behaupteten