können und mich verachten. Alle denken, wenn sie mich erblicken, an mein Vermögen, und alle Bücklinge und Erniedrigungen gelten diesem Begriff, der nur auf eine zufällige Weise mit mir selber zusammengefallen ist. Diese Vorstellung von meinem Reichtum beherrscht alle die Menschen, die in meine Atmosphäre geraten, und wohin ich trete, folgt mir diese Vortrefflichkeit nach. Ich kann es also niemand verargen, wenn er sein Vermögen und seine Herrschaft über die Gemüter zu vergrößern sucht, denn dadurch wird er im eigentlichsten Verstande Regent der Welt. Ein goldner Zauberstab bewaffnet seine Hand, der allen gebeut. Dies ist das einzige, was noch mehr wirkt, als alle möglichen Kaptationes benevolentiae. Solange man bei recht vielen Leuten den Gedanken erzeugen kann, dass man ihnen wohl nützlich sein könnte, hat man viele Freunde. Alle sprechen von Aufopferung und hohen Tugenden, bloß um uns in eine solche heroische Stimmung zu versetzen. Diese Situation aber gibt zugleich Gelegenheit, sie auf mancherlei Art zu nutzen, und sie so zu verwickeln, dass sie am Ende schon froh sind, wenn sie nur aus den Netzen freigelassen werden. Man lebt in der Gesellschaft wie ein Fremdling, der an eine wilde barbarische Küste verschlagen ist; er muss seine ganze Bedachtsamkeit, alle seine List zusammennehmen, um nicht der Rotte zu erliegen, die ihn mit tausendfachen Künsten bestürmt. Wenn man es vermeiden kann, dass das Leben ein Hasardspiel wird, so hat man schon gewonnen. Seltsam, dass alle zu gewinnen trachten, und manche doch die Karten nicht zu ihrem Vorteile mischen wollen! Für den Klügern muss es keinen Zufall geben. Im zwanzigsten Jahre. Der junge Lovell ist ein Narr, recht so, wie man sie immer in den Büchern findet. Ich habe das wunderbare Glück gehabt, ihn zu meinem Freunde zu machen. Er spricht gerade so wie die Dichter, die er sehr fleißig liest, und ich möchte wetten, er macht selber Verse. Er hat mir schon in den ersten Tagen alles anvertraut, und es ist schade, dass seine Geheimnisse so unbedeutend und kindisch sind. Sein Vater ist ebenfalls ein einfältiger Mensch, aber er scheint mir doch nicht ganz zu trauen; es mag wohl irgend etwas in meinen Mienen oder Gebärden liegen, was ich noch wegzuschaffen suchen muss. Unser Körper soll in allen unsern Wendungen mit unserer Sprache korrespondieren, und das ist dann die eigentliche Lebensart. Freundschaft ist eines von den Worten, die im Leben am häufigsten genannt werden, und man muss ebensowohl Freunde als Kleider haben, und von ebenso verschiedener Art. Freunde, die mit uns spazierengehn, und uns Neuigkeiten erzählen; Freunde, die uns mit Leuten bekannt machen, mit denen wir gern in Konnexion kommen möchten; Freunde,