soll,) dass die Wissenschaften da zu sehr zerstückelt werden; früh Morgens um acht Uhr dieses, um neun Uhr jenes, um zehn Uhr wieder ganz etwas anders, u.s.w. Auf diese Weise kann nichts vollständig in einem Zug in die Seele kommen; kein vortrefflicher Mann in irgend einem Fache ist es so geworden.« »Dieser Fehler findet jedoch auch bei der gewöhnlichen Privaterziehung Statt. Die Meister geben ihre Lehren stundenweise; und lassen sich so dafür bezahlen. Der Sprachmeister geht diese Stunde dahin, die andre dorthin.« »Ein Fehler unsrer Erziehung überhaupt ist, dass die Kinder mehr Worte als Sachen lernen. Wer Mann und Weib noch nicht kennt, wie soll der Geschichte verstehen und Nutzen daraus ziehen? Wer noch nicht Meer, Gebirg und Tal, Lauf von irgend einem großen Strom, Ursprung der Quellen, vielleicht noch keinen Zimmermann und Maurer arbeiten sah, wie will der Geographie, Reisebeschreibungen verstehen? Wer weder Menschen noch Tiere und Pflanzen einigermaßen kennt, wie will der vortrefflich reden und schreiben lernen in irgend einer Sprache, wenn die Quelle der Beredtsamkeit und des guten Styls erfahrner Sinn und geübter Verstand ist?« »Man soll Kinder lernen lassen, was sie lernen können. Das Wichtigste ist, Leibesübungen treiben, die sich für sie schicken; als tanzen, schwimmen, laufen, marschiren, exerziren, hungern, dursten, Hitze und Frost ausstehen, wachen; überhaupt den Körper lenken und bilden, und mit der Seele Gewalt darüber bekommen. Dies war des seligen Herrn von Hohental Grundsatz. Und selbst unser Fräulein schwimmt trotz einem in Europa; und hat ihren schönen Körper dadurch abgehärtet.« »Dann die Natur um sie herum kennen; und rechnen, Geometrie und zeichnen dabei. Die Elemente, so viel sie, und vielleicht wir alle, davon verstehen können; unser Sonnensystem, matematische Geographie, unser Dutzend Fixsterne der ersten Größe; und dann erst die Geographie im Großen, und Wind und Wetter, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Tiere, Pflanzen und Steine zur Notdurft.« »Und dann die andern Künste und Wissenschaften und Sprachen nach ihrer Bestimmung von Natur oder Stand.« »Ferner ist noch ein Hauptfehler, dass man die Kinder mit Stunden überhäuft. Man lässt ihnen keine Zeit, sich selbst zum Urteilen zu gewöhnen; und erstickt durch den zu frühzeitigen Wörterkram allen Trieb und Reiz.« »Was Religion und Theologie betrifft, die leider in unsern Schulen die mehrste Zeit wegnimmt: so darf man mit Kindern darüber gar nicht räsonniren, sondern sie müssen ihren Morgen- und Abendsegen beten und in die Kirche gehen nach Landesgebrauch. Metaphysik, und das Schwerste derselben, ist wahrlich nicht für sie; und spotten