hereinbrechen und die schönste Aussicht sein
sollte, kann nicht eher Ruhe finden.«
Ardinghello (für sich). Die Müdigkeit wird's ihn schon endlich lehren.
Demetri. Dass alles ewig ist, in sich sein wird, was es war, müssen wir wohl
ohne ferneren Grund annehmen, denn es ist die Grenze des Nichts.
Wie es aber verschieden ist, sich bindet und scheidet, was alles will und
nicht will, darüber hat mir das System noch keines Philosophen Genüge geleistet.
Ruhe und Bewegung! Wer davon die eigentlichen Ursachen entdeckte, würde den
Kapitalschlüssel zum Palaste der Wahrheit und ihrem innersten Kabinette finden.
Bewegung ist Streben nach Genuss oder Flucht vor Leiden. Genuss ist Berührung,
Ruhe deren möglichste Fülle und Werden eines neuen Ganzen, das wieder nach
Berührung trachtet. So fühlt sich das Wesen und taumelt von Zone zu Zone, durch
alle Himmel des Weltalls.
Nehmen wir die einfachste Substanz von Leben, die Einheit von irgendeinem
Element an und denken sie uns allein und abgesondert weit außer der Welt in den
leeren Raum hin.
Vorstellen kann sie sich nichts, weil sie nichts um sich hat. Innerliches
Leben, Verstand in Ausübung, Gedächtnis, Einbildung findet nicht statt, weil sie
ganz ohne Teile ist und sich nicht regen kann; ein Etwas wie das Nichts und der
letzte Begriff von Tod; ein Punkt von Selbstbewusstsein mag in ihr stecken.
Nun gesellen wir dieser Substanz eine andre zu:
Erster Ursprung von Gefühl.
Nehmen wir nach dem Demokrit in beiden Urform an und denken sie uns zum
Exempel vollkommen rund.
Und sie werden nicht satt werden, sich umeinander zu bewegen und sich zu
berühren.
Platt oder eckicht:
Und sie werden aneinander festangen, weil sie nicht herum können.
Eckicht und rund beisammen:
Vermischte Empfindung, Freude und Leid.
Denken wir nun das Weltall als himmelunendliche Menge solcher Substanzen mit
ewigem Streben nach neuem Genuss, an Stoff und Feinheit und Form zentillionenfach
verschieden und ähnlich und gleich, und daraus notwendigerweise von selbst die
beste Ordnung zur allervollkommensten und mannigfaltigsten Berührung, und wir
werden, glaub ich, uns der Erklärung des Rätsels nähern und einigermaßen obenhin
begreifen lernen, warum die Gestirne in Flammen sich wälzen, die Winde rasen,
die Meere toben, die Erden fest halten und dass der Strahl in einen Pulverturm
glücklicher sein kann als Herkules bei allen seinen Liebeshändeln.
Man könnte auf diese Weise aber wohl doch noch die sonderbare Meinung des
Xenophanes und seiner Schüler Parmenides und Melissos erklären, dass Eins Alles
und Alles Eins sei. Nämlich, aller Grundstoff ist sich gleich, nur die Form
seines unendlichen Wesens verschieden.
Des Exempels wegen; denn was wissen wir Bestimmtes hierüber mit unsern
groben Sinnen? In den Sonnen rund, in der Luft