mir anfangs nur zur Vergleichung diente. Dieser Zustand ist, ich gestehe es, nicht des geselligen Menschen seiner. Wahrscheinlicher Weise wird er auch nicht Aemils seiner sein. Allein nach eben diesem Stande soll er alle die andern schäzen. Das sicherste Mittel, sich aber die Vorurteile zu erheben, und seine Urteile nach den wahren Verhältnissen der Dinge einzurichten, ist, dass man sich an die Stelle eines einzelnen Menschen seze und von allem so urteile, wie dieser Mensch in Absicht auf seinen eigenen Nuzen davon urteilen muss.
Dieser Roman, welcher von allen seinem Gewäsche entladen, mit Robinsons Schifbruche bei seiner Insel anfängt und sich mit der Ankunft des Schiffes endiget, welches ihn von da abholet, wird während der Zeit, wovon hier die Rede ist, Aemils Zeitvertreib und Unterricht zugleich sein. Ich will, dass ihm der Kopf davon schwindle, dass er sich unaufhörlich mit seinem Schloss, mit seinen Ziegen, mit seinen Pflanzungen beschäftige; dass er umständlich, nicht aus Büchern, sondern an den Sachen selbst lerne, was er in dergleichen Falle wissen muss. Er denke, er sei selbst Robinson; er sehe sich in Felle gekleidet, wie er eine große Müze, einen großen Säbel trägt und den ganzen seltsamen Aufzug des Bildes macht, bis auf den Sonnenschirm beinahe, den er nicht nötig haben wird. Ich will dass er sich wegen der Maßregeln beunruhige, die er nehmen soll, wenn ihm dies oder das abgehen würde; dass er die Aufführung seines Helden untersuche; dass er nachforsche, ob derselbe nichts unterlassen habe; ob nichts besser zu machen gewesen wäre; dass er seine Fehler aufmerksam anmerke und dass er sich derselben zu Nuze mache, damit er in dergleichen Falle nicht selbst darein gerate. Denn man zweifle nicht, dass er nicht den Anschlag fasse, einen dergleichen Siz anzulegen. Dies ist das wahre Luftschloss dieses glücklichen Alters, worin man keine andere Glükseeligkeit kennet, als das Notwendige und die Freiheit.
Was für ein Hilfsmittel ist doch diese Torheit für einen geschikten Man, der sie nur hervorzubringen gewusst, damit er sie zum Vorteile anwende! Das Kind, welches gedrungen ist, sich ein Vorratshaus für seine Insel anzulegen, wird weit hitziger sein zu lernen, als der Lehrmeister zu lehren. Es wird alles wissen wollen, was nüzlich ist, und wird nur das wissen wollen. Man wird nicht mehr nötig haben, es zu führen; man wird es nur zurück zu halten brauchen. – Die Ausübung der natürlichen Künste, wozu ein einziger Mensch genug sein kann, führt zur Nachforschung derjenigen Künste des Fleißes und der Geschiklichkeit, welche nötig haben, dass viele Hände zusammen kommen.«
So weit Rousseau!
Und so wäre es dann wirklich schon längst da gewesen,