mehr begehen. Es
waren schon Weise des Altertums, die der Meinung waren, dass alles noch
Überbleibsel von unserer vorigen Gemeinschaft mit Gott wäre, dass alles, damit
ich mich deutlich und christlich ausdrücke, aus dem Paradiese herkäme. Was mein
Vater von angeborenen Begriffen dachte, konnte ich nicht anbringen, Se.
Spectabilität überkreischten mich, und was Se. Spectabilität davon dachten,
ergibt sich ziemlich deutlich aus dem Vorigen. Sie glaubten, der Tisch sei nicht
mit Essen und Trinken besetzt; allein auf dem Tisch stände ein Beutel mit
Ducaten und Talern, groß und klein Geld, je nachdem die Fähigkeiten sind, Essen
und Trinken anzuschaffen. Die Erkenntnisse mögen nun aus den Sinnen geschöpft
werden, oder die Sinne mögen bloß Gelegenheitsmacher sein; dies sei der Weg zur
Erkenntnis.
Es ist die Frage, ob wir alle gut, alle böse, oder bald gut, bald böse auf
die Welt kommen?
Wenn wir in die Höhe wollen, müssen wir steigen. - Wenn der Mensch alles aus
dem lieben Gott beweiset, so will er ohne Leiter auf den Kirchturm; glückliche
Reise! So philosophiren, nenne ich einen leichtsinnigen Eid schwören. Man muss
sich nicht anders auf Gott berufen, als bis Not am Mann ist. Du sollst den
Namen deines Gottes nicht unnützlich führen! - Eure Rebe sei ja, ja, nein, nein,
was drüber ist, ist vom Übel. So wie sich Gott durch die Werke offenbart hat,
und der Mensch von allen Geschöpfen, die wir die Ehre haben zu kennen, sein
Meisterstück ist, so will er auch keinen Sprung zu ihm hinauf, sondern will, dass
es sein in dem Geleise der Natur bleibe, die nicht springt. Die Instanzen, die
Gott angeordnet hat, müssen nicht übergangen werden. Schein ist ein Urteil, das
aus der falschen Anleitung des Verstandes entspringt, Wahrheit ist die
Übereinstimmung der Erkenntnis mit dem Gegenstande. Wenn also gefragt wird, was
ist Wahrheit? reine gediegene Wahrheit? so kann man nicht besser drauf
antworten, als Wahrheit ist Wahrheit. Wenn mir nicht ein Gegenstand gegeben
wird, so kann ja auch keine Probe der Übereinstimmung gezogen werden. Eine
Erklärung der Wahrheit in der Art zu geben, dass sie auf alle Objecte ohne
Unterschied passt, ist unmöglich. Jeder hat seine Uhr, jeder seine Brille, jeder
sein Pferd - und jeder seinen Hund, seinen Argos, setzte Herr v. G. hinzu. Ein
allgemeines Wahrheitsmerkzeichen, wo ist es? Eine Regel, die alle Objecte umfasst
und sie herzt und küsst, wo ist sie? Ich muss vergleichen Erkenntnis und
Gegenstand; wenn ich aber keinen Gegenstand habe, wie kann ichs? Vielleicht
könnte sie die Übereinstimmung der Erkenntnis mit den Gesetzen