hat sie der allgemeine Vater gewiss nicht ohne Wahrheit
und ohne Glückseligkeit, die Folge derselben, lassen wollen.«
*
»Wenn ich in den heiligen Büchern eine Stelle finde, in welcher von einem Gott
die Rede ist, und lese, erst nach Jahrhunderten sei gefunden worden, dass ein
durch ein zu dünnes Pergament durchgeschlagener Querstrich74 diesen Gott
veranlasst hat - wenn ich lese, dass nach Jahrhunderten entdeckt worden, es habe
sich ein nicht75 in den Text geschlichen, so dass anstatt der nicht sündigenden
die sündigenden verstanden werden müssen: bin ich verdammenswert, weil ich
glaube, die bloßen Buchstaben einer Offenbarung, welche so vielen Veränderungen
unterworfen waren, über deren wahre Lesarten man noch nicht einig ist, können
nicht bloß und allein den Grund der Wahrheit und meiner künftigen Glückseligkeit
enthalten?
Wenn ich in der Kirchengeschichte lese, man habe jahrhundertelang
gestritten, welche Bücher kanonisch sein sollten und welche nicht - wenn ich
finde, dass der Kanon auf Konzilien bestimmt worden, und aus der
Kirchengeschichte weiß, wie die Konzilien beschaffen waren - wenn ich das Buch
des weisen Sirach unter den apokryphischen und ein anderes Buch voll mystischer
Bilder unter den kanonischen finde: kann ich mich enthalten, zu zweifeln und
weiter zu untersuchen? Und was kann ich dazu brauchen als meine Vernunft, die
auch eine Gabe Gottes ist?
Wenn ich in einem der geoffenbarten Bücher lese76: Wer übertritt und bleibt
nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott ... So jemand zu euch kommt und
bringt diese Lehre nicht, den nehmt nicht zu Hause und grüsset ihn nicht, denn
wer ihn grüsset, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke - wenn ich in einem
andern lese77: Der HErr brachte um, die da nicht glaubeten: bin ich
verfluchenswert, weil ich nicht mit blindem Köhlerglauben alles annehme, wie es
buchstäblich dastehet, sondern vermeine, dass in diesen Büchern vieles nicht für
die allgemeine Menschheit, vieles nicht für mich geschrieben sei, aber dennoch
alles das Gute und Nützliche, was ich in diesen Büchern finde, zu der Masse der
Erkenntnis schlage, die ich aus Natur und Erfahrung geschöpft habe?«
*
»Wenn ich zurückdenke, was man ein paar Jahrtausende lang mit der Bibel
vorgenommen hat, um alles, was man wollte, darin zu finden, so muss ich
erstaunen. Man hat sie dogmatisch, exegetisch, typisch, mystisch, prophetisch
erklärt. Man hat sie übersetzt und kommentiert, parallelisiert und analysiert,
abgekürzt und wieder paraphrasiert!
But tat's78 no news to the poor injur'd page;
It has been us'd as ill in every age, -
And is constrain'd wit patience all to take,
For what defence can Greek and Hebrew make!«