beizumessen haben, dass wir so glücklich sind, eine reinere
Erkenntnis des höchsten Wesens und (wie der Heil. Paul sagt) einen vernünftigen
Gottesdienst vor so vielen andern Völkern des Erdkreises zu besitzen.
Anmerk. des latein. Übersetzers
24 Siehe den Auszug aus des Marko Polo Reisen in der Allgem. Hist. der Reisen,
T. VII. S. 472. Auch die Religion der Mantschuischen Tatarn kommt in der
Hauptsache mit dieser überein. S. Dü Halde Beschr. des sines. Reichs, T. IV. S.
37.
25 Wenn man von einem rohen tatarischen Heerführer, wie Ogul-Kan war,
Belesenheit vermuten könnte, so sollte man glauben, dass hier eine Anspielung auf
den Tyrannen Dionysius von Syrakus wäre, der den Marsyas, einen seiner
Staatsbedienten, hinrichten ließ, weil diesem Marsyas geträumt hatte, er habe
dem Tyrannen die Kehle abgeschnitten. Plutarch im Leben Dions, Tom. V.p. 167.
edit. Londin. de 1724. Plutarch gibt zum Grunde dieses strengen Verfahrens an:
Dionysius habe geglaubt, Marsyas würde schwerlich so gefährlich geträumt haben,
wenn er nicht wachend mit dergleichen Gedanken umgegangen wäre; und Montesquieu
findet diesen Grund (wenn der unbündige Schluss, auf den er sich stützt, auch
richtig wäre) nicht hinlänglich, das Verfahren des Dionysius zu entschuldigen.
Esprit des Loix, Tom. I.L. XII. ch. XI. Der Gedanke, sagt er, müsste, um strafbar
zu werden, mit irgend einer Handlung verbunden gewesen sein. Aber dies war eben
die Sache. Woher konnte Dionys wissen was Marsyas träumte? Marsyas hatte seinen
Traum erzählt; und dies schien entweder einen bösen Willen gegen den Fürsten,
oder doch einen Grad von Unvorsichtigkeit voraus zu setzen, den ein so
argwöhnischer und furchtsamer Fürst, wie Dionysius war, strafwürdig finden
musste. Es war ihm daran gelegen, den Syrakusern zu zeigen, dass man sich auch
sogar im Traume nicht ungestraft an seiner Person vergreifen könne.
26 Es gibt, mit Erlaubnis des Sultans, Fälle, wo man sich nicht entbrechen kann,
spekulative Meinungen als eine Staatssache zu behandeln. Aber desto größer muss
auch alsdann die Vorsichtigkeit sein, um einen Funken, durch allzu große
Geschäftigkeit ihn zu ersticken, nicht erst zu einer Flamme aufzustieren.
27 Die Geschichte der außerordentlichen Bemühungen, welche Jamblichus, Plotinus,
Porphyrius und ihre Anhänger in einer Art von Verzweiflung fruchtlos angewandt,
dem unterliegenden Heidentum gegen die siegreiche Obermacht der christlichen
Religion zu Hilfe zu kommen, ist das vollständigste Beispiel, das uns die
Historie an die Hand gibt, um den Charakter und das Betragen der Bonzen von
Scheschian, in einem gewisser Massen ähnlichen Falle, zu erläutern. Was ließ
diese von dem