kann. Aber alles was man damit beweisen kann,
ist weder mehr noch minder, als dass die Geschichte mit Fabeln und Unwahrheiten
untermischt ist; ein großes Übel, welches dem schwachen Verstand oder dem bösen
Willen, oder wenigstens der Eitelkeit der Geschichtschreiber zu Schulden liegt,
und in meinen Augen die wahre Quelle so vieler schädlichen Irrtümer ist, womit
wir die verschiedenen Gesellschaften der Menschen behaftet sehen. Glauben sie,
zum Exempel, dass Biribinker nur um den vierten Teil eines Grans glaubwürdiger
wäre, wenn er von Wort zu Wort von dem Geschichtschreiber Paläphatus erzählt
würde? Woher könnten wir wissen, ob ein Autor, der vor drei tausend Jahren
gelebt hat, und dessen Geschichte und Charakter uns gänzlich unbekannt ist, nur
im Sinn gehabt habe uns die Wahrheit zu sagen. Und gesetzt, er hatte sie, konnte
er nicht leichtglaubig sein? Konnte er nicht aus unlautern Quellen geschöpft
haben? Konnte er nicht durch vorgefasste Meinungen oder falsche Nachrichten
selbst hintergegangen worden sein? Oder gesetzt, das alles fände nicht bei ihm
statt; kann nicht in einer Zeitfolge von zwei oder drei tausend Jahren seine
Geschichte unter den Händen der Abschreiber verändert, verfälscht, und mit
unterschobenen Zusätzen vermehrt worden sein? So lange wir nicht im Stande sind,
von jedem besonderen Abenteuer des Biribinkers, und so zu reden, von Zeile zu
Zeile zu beweisen, dass keiner von allen diesen möglichen Fällen dabei Platz
finde, so würde Herodot selbst kein hinlänglicher Gewährs-Mann für die Wahrheit
dieser anmasslichen Geschichte sein. Ich gestehe ihnen, das Zeugnis eines Tacitus
oder Hume4 würde der Existenz der Elementar-Geister und eines jeden andern
Dings, das nicht innerhalb des bekannten Cirkels der allgemeinen menschlichen
Erfahrung liegt, sehr zu statten kommen, allein, zum Unglück für das Wunderbare,
können sie sich keiner so vollgültigen Zeugen rühmen. Und gesetzt auch, es
fänden sich unter der unendlichen Menge von Wunderdingen dieser Art, die seit
dem Anbeginn der Welt bei allen Völkern des Erdbodens erzählt, und zum Teil
geglaubt worden sind, einige wenige, die ein unverwerfliches Ansehen vor sich
hätten; so würde dieses weder die übrigen glaubwürdiger machen, noch den
allgemeinen Grundsatz entkräften können: Dass alles und jedes, was keine Analogie
mit dem ordentlichen Lauf der Natur, in so fern sie unter unsern Sinnen liegt,
oder mit demjenigen hat, was der größte Teil des menschlichen Geschlechts alle
Tage erfährt, eben deswegen die allerstärkste und gewisser maßen eine unendliche
Präsumtion der Unwahrheit wider sich habe; ein Grundsatz, den das allgemeine
Gefühl des menschlichen Geschlechts rechtfertiget, ob er gleich der ganzen
Feerei mit allen ihren Zubehörden auf einmal das Leben abspricht.
Die Damen hatten sich zurück gezogen, so bald sie sahen, dass die
Konversation einen scientifischen Schwung nehmen wurde. Don