Bildung hat, das du notwendig bemerkt
haben solltest, da du ihn, wie es scheint, so genau betrachtet hast.«
In der Tat scheint es, dass ihn Ih. Gnaden in einem einzigen Augenblick
richtiger betrachtet haben, als ich in einer Viertel-Stunde. Aber was sagen sie
zu seinem Munde? Ich gestehe, dass er schön ist, aber doch ein wenig zu klein,
deucht mich - -
»Ich möchte nur wissen, warum du affectierst, gerade das an ihme zu tadeln,
was er wirklich schönes hat.«
Ich bitte Ih. Gnaden um Vergebung, ich rede nur, wie es mir vorkommt, und
wenn ich nicht besorgte, Ih. Gnaden zu missfallen - -
»Mir zu missfallen? Ich glaube du bist nicht klug; Aber wenn ich die Wahrheit
sagen soll, so bin ich selbst nicht viel klüger, dass ich deinen tollen Einfällen
so viel Gehör gebe. Was bekümmert uns das, ob Don Sylvio schön ist, oder wie
schön er ist. - -«
Das ist auch wahr; genug, dass er liebenswürdig ist, das ist doch immer der
Punkt, worauf alles ankommt. Mich deucht, ich habe irgendwo gelesen, dass uns
nichts so schön vorkommt als was wir lieben.
»Wenn das ist, so müsstest du sehr in diesen Unbekannten verliebt sein; denn
wenn man dich hört, so ist der Vaticanische Apollo von keiner untadelichern
Schönheit als Don Sylvio.«
Er hat wenigstens den Vorzug vor ihm, dass er Atem holt, und das ist nach
meiner geringen Einsicht, ein großer Vorzug.
»Wir wollen einmal aufhören zu tändeln. Sage mir einmal Laura, erinnerst du
dich noch, was dieser Pedrillo, oder wie er sich nannte, uns von ihm sagte.«
Wenn man diesem Burschen glauben dürfte, so wäre unser Unbekannter von gutem
Hause, ein Sohn von Don Pedro von Rosalva, von dem ich Ih. Gnaden Herrn Vater
öfters als von einem wackeren Offizier sprechen hörte. Aber wenn ich meine wahre
Meinung sagen soll, so glaube ich, Herr Pedrillo könnte mehr gesagt haben, als
er jemals wird beweisen können.
»Nun ja, das Ansehen kann betrügen, denn das ist vollkommen auf seiner
Seite; aber deine Ursachen, wenn ich bitten darf?«
Wenn wir dem Pedrillo, der mir die Mine eines schnakischen Gesellen hat,
glauben sollen, so müssen wir auch glauben, dass Don Sylvio in einen
Schmetterling verliebt ist, dass er, der Himmel weißt, was für einen Zwerg zu
einem Nebenbuhler hat, und eine gewisse Fee zur Beschützerin, durch deren
Beistand der Schmetterling in eine Prinzessin verwandelt werden soll, und so
weiter. Das ist nun alles toll genug, deucht mich