auf einem Sessel sitze�, so erscheint mir die Aussage ungerechtfertigt und anma�end. Mache ich aber die gleiche Aussage, wo ein Bed�rfnis nach ihr vorhanden ist, so scheint sie mir, obgleich ich ihrer Wahrheit nicht um ein Haar sicherer bin, als vollkommen gerechtfertigt und allt�glich. . In ihrem Sprachspiel ist sie nicht anma�end. Sie steht dort nicht h�her als eben das menschliche Sprachspiel. Denn da hat sie ihre eingeschr�nkte Anwendung. Wie ich aber den Satz au�erhalb seines Zusammenhangs sage, so erscheint er in einem falschen Lichte. Denn dann ist es, als wollte ich versichern, da� es Dinge gibt, die ich wei�. Wor�ber Gott selber mir nichts erz�hlen k�nnte. .. . Wir sagen, wir wissen, da� das Wasser kocht, wenn es ans Feuer gestellt wird. Wie wissen wir�s? Erfahrung hat es uns gelehrt. � Ich sage �Ich wei�, da� ich heute fr�h gefr�hst�ckt habe�; Erfahrung hat mich das nicht gelehrt. Man sagt auch �Ich wei�, da� er Schmerzen hat�. Jedesmal ist das Sprachspiel anders, jedesmal sind wir sicher, und jedesmal wird man mit uns �bereinstimmen, da� wir in der Lage sind zu wissen. Daher finden sich ja auch die Lehrs�tze der Physik in Lehrb�chern f�r jedermann. Wenn jemand sagt, er wisse etwas, so mu� es etwas sein, was er, dem allgemeinen Urteil nach, in der Lage ist zu wissen. . Man sagt nicht: Er ist in der Lage, das zu glauben. Wohl aber: �Es ist vern�nftig, in dieser Lage das anzunehmen� (oder �zu glauben�). . Ein Kriegsgericht mag zu beurteilen haben, ob es in der und der Lage vern�nftig war, das und das mit Sicherheit (wenn auch f�lschlich) anzunehmen. . Wir sagen, wir wissen, da� das Wasser unter den und den Umst�nden kocht und nicht gefriert. Ist es denkbar, da� wir uns darin irren? W�rde nicht ein Irrtum alles Urteil mit sich rei�en? Noch mehr: Was k�nnte aufrecht stehen, wenn das fiele? K�nnte Einer etwas finden, und wir nun sagen: �Es war ein Irrtum�? Was immer in Zukunft geschehen mag, wie immer sich Wasser in Zukunft verhalten mag, � wir wissen, da� es sich bis jetzt in unz�hligen F�llen so verhalten hat. Diese Tatsache ist in das Fundament unseres Sprachspiels eingegossen. . Du mu�t bedenken, da� das Sprachspiel sozusagen etwas Unvorhersehbares ist. Ich meine: Es ist nicht begr�ndet. Nicht vern�nftig (oder unvern�nftig). Es steht da � wie unser Leben. . Und der Begriff des Wissens ist mit dem des Sprachspiels verkoppelt. . �Ich wei�� und �Du kannst dich drauf verlassen�. Aber man kann nicht immer f�r das erste das zweite setzen.