Gegenwart. Wir sahen ja, da� sie sozusagen keine Dauer haben, da� man, sobald sie vorbei sind, an ihrer Stelle nur noch Aufzeichnungen oder Ged�chtnisspuren zur Verf�gung hat, die nur die Rolle von Hypothesen spielen k�nnen und damit der letzten Sicherheit ermangeln. Man kann auf den Konstatierungen kein logisch haltbares Geb�ude errichten, weil sie schon fort sind in dem Moment, in dem man zu bauen anf�ngt. Wenn sie zeitlich am Anfang des Erkenntnisprozesses stehen, sind sie logisch zu nichts nutze. Ganz anders aber, wenn sie am Ende stehen: sie sind die Vollendung der Verifikation (oder auch Falsifikation), und in dem Augenblick ihres Auftretens haben sie ihre Pflicht auch schon erf�llt. Logisch schlie�t sich nichts mehr an sie an, es werden keine Schl�sse aus ihnen gezogen, sie sind ein absolutes Ende. ������Freilich, psychologisch und biologisch beginnt mit der Befriedigung, die sie erzeugen, ein neuer Erkenntnisproze�: die Hypothesen, deren Verifikation in ihnen endete, werden als best�tigt angesehen, und es wird die Aufstellung umfassenderer Hypothesen versucht, das Suchen und Erraten der allgemeinen Gesetze nimmt seinen Fortgang. F�r diese zeitlich folgenden Vorg�nge bilden also die Beobachtungss�tze den Ursprung und die Anregung in dem Sinne, wie ich es vorhin beschrieben habe. ������Durch diese �berlegungen wird, so scheint mir, auf die Frage nach dem letzten Fundament des Wissens ein neues helles Licht geworfen, und wir �berblicken klar, wie der Aufbau des Systems unserer Erkenntnis geschieht, und welche Rolle die �Konstatierungen� dabei spielen: ������Erkenntnis ist urspr�nglich ein Mittel im Dienste des Lebens. Der Mensch mu�, um sich in der Umwelt zurechtzufinden und seine Handlungen den Ereignissen anzupassen, diese Ereignisse bis zu einem gewissen Grade voraussehen k�nnen: dazu braucht er allgemeine S�tze, Erkenntnisse, und er kann sie nur insofern gebrauchen, als die Prophezeiungen wirklich eintreffen. In der Wissenschaft nun bleibt dieser Charakter des Erkennens vollst�ndig erhalten; der einzige Unterschied ist der, da� er nicht mehr den Zwecken des Lebens dient, nicht um des Nutzens willen gesucht wird. Mit dem Eintreffen der Voraussagen ist der wissenschaftliche Zweck erreicht: die Erkenntnisfreude ist die Freude an der Verifikation, das Hochgef�hl, richtig geraten zu haben. Und dieses ist es nun, das die Beobachtungss�tze uns vermitteln, in ihnen erreicht die Wissenschaft gleichsam ihr Ziel, um ihretwillen ist sie da. Die Frage, die sich hinter dem Problem des absolut sicheren Erkenntnisfundaments verbirgt, ist die Frage gleichsam nach der Berechtigung der Befriedigung, mit welcher die Verifikation uns erf�llt. Sind unsere Voraussagen auch wirklich eingetroffen? In jedem einzelnen Falle der Verifikation oder Falsifikation antwortet eine �Konstatierung� eindeutig mit ja oder nein, mit Erf�llungsfreude oder Entt�uschung. Die Konstatierungen sind endg�ltig. ������Endg�ltigkeit ist ein sehr passendes Wort, die Geltung der Beobachtungss�tze zu