in keiner Weise frei w�hlbaren Aussagen wird gefordert. Mit anderen Worten: das Kriterium der Widerspruchsfreiheit allein gen�gt durchaus nicht f�r die materiale Wahrheit, sondern es kommt ganz und gar auf die Vertr�glichkeit mit h�chst besonderen eigent�mlichen Aussagen an; und es steht nichts im Wege - ich halte es vielmehr durchaus f�r gerechtfertigt - , f�r diese Vertr�glichkeit den guten alten Ausdruck ��bereinstimmung mit der Wirklichkeit� zu gebrauchen. ������Der erstaunliche Irrtum der �coherence theory� ist nur dadurch zu erkl�ren, da� man bei der Aufstellung und Erl�uterung dieser Lehre immer nur an tats�chlich in der Wissenschaft auftretende S�tze dachte und nur sie als Beispiele heranzog. Da gen�gte dann tats�chlich der widerspruchsfreie Zusammenhang untereinander, aber nur deshalb, weil diese S�tze schon ganz bestimmter Art sind. Sie haben n�mlich in gewissem (alsbald noch zu beschreibendem) Sinne ihren �Ursprung� in Beobachtungss�tzen, sie stammen, wie man in der traditionellen Ausdrucksweise getrost sagen darf, �aus der Erfahrung�. ������Wer es ernst meint mit der Koh�renz als alleinigem Kriterium der Wahrheit, mu� beliebig erdichtete M�rchen f�r ebenso wahr halten wie einen historischen Bericht oder die S�tze in einem Lehrbuch der Chemie, wenn nur die M�rchen so gut erfunden sind, da� nirgends ein Widerspruch auftritt. Ich kann eine grotesk abenteuerliche Welt mit Hilfe der Phantasie ausmalen: der Koh�renzphilosoph mu� an die Wahrheit meiner Beschreibung glauben, wenn ich nur f�r die gegenseitige Vertr�glichkeit meiner Behauptungen sorge und zur Vorsicht noch jede Kollision mit der gewohnten Weltbeschreibung vermeide, indem ich den Schauplatz meiner Erz�hlung auf einen entfernten Stern verlege, wo keine Beobachtung mehr m�glich ist. Ja, streng genommen habe ich jene Vorsicht gar nicht n�tig, ich kann ebensogut verlangen, da� die anderen sich meiner Schilderung anzupassen haben, und nicht umgekehrt. Die anderen k�nnen dann nicht etwa einwenden, da� dies Verfahren den Beobachtungen widerstreite, denn nach der Koh�renzlehre kommt es auf irgendwelche �Beobachtungen� gar nicht an, sondern allein auf die Vertr�glichkeit der Aussagen. ������Da es keinem Menschen einf�llt, die S�tze eines M�rchenbuches f�r wahr, die eines Physikbuches f�r falsch zu halten, so ist die Koh�renzlehre v�llig verfehlt. Es mu� eben zu der Koh�renz noch etwas anderes hinzukommen, n�mlich ein Prinzip, nach welchem die Vertr�glichkeit herzustellen ist, und dieses w�re dann erst das eigentliche Kriterium. ������Ist mir eine Menge von Aussagen gegeben, unter denen sich auch widersprechende befinden, so kann ich die Vertr�glichkeit ja auf verschiedene Weisen herstellen, indem ich z. B. das eine Mal gewisse Aussagen herausgreife und fallen lasse oder korrigiere, das andere Mal aber dasselbe mit denjenigen Aussagen tue, denen die ersten widersprechen. ������Damit zeigt sich die logische Unm�glichkeit der Koh�renzlehre; sie gibt �berhaupt kein eindeutiges Kriterium der Wahrheit, denn ich kann mit ihr zu beliebig vielen in sich widerspruchsfreien Satzsystemen gelangen, die aber unter sich unvertr�glich sind