Erkenntniskritik anheben mu�, d�rfen nichts von Fraglichkeit und Zweifelhaftigkeit enthalten, nichts von alledem, was uns in erkenntnistheoretische Verwirrung versetzte und was die ganze Erkenntniskritik hervortreibt. Wir m�ssen zeigen, da� dies f�r die Sph�re der cogitatio zutrifft. Dazu bedarf es aber einer tiefer gehenden Reflexion, die uns wesentliche F�rderungen bringen wird. Sehen wir n�her zu, was so r�tselhaft ist und was uns in den n�chstliegenden Reflexionen �ber die M�glichkeit der Erkenntnis in Verlegenheit bringt, so ist es ihre Transzendenz. Alle nat�r?liche Erkenntnis, die vorwissenschaftliche und erst recht die wissenschaftliche, ist transzendent objektivierende Erkenntnis; sie setzt Objekte als seiend, erhebt den Anspruch, Sachverhalte erkennend zu treffen, die in ihr nicht "im wahren Sinne gegeben" sind, ihr nicht "immanent" sind. N�her besehen ist die Transzendenz freilich doppelsinnig. Es kann entweder gemeint sein das im Erkenntnisakt Nicht-reell-enthaltensein des Erkenntnisgegenstandes, so da� unter dem im "wahren Sinne gegeben" oder "immanent gegeben" das reelle Enthaltensein verstanden w�re; der Erkenntnisakt, die cogitatio hat reelle Momente, sie reell konstituierende, das Ding aber, das sie meint und das sie angeblich wahr?nimmt, dessen sie sich erinnert usw., ist in der cogitatio selbst, als Erlebnis, nicht reell als St�ck, als wirklich darin Seiendes zu finden. Die Frage ist also: wie kann das Erlebnis sozusagen �ber sich hinaus? Immanent hei�t hier also im Erkenntniserlebnis reel immanent. Es gibt aber noch eine andere Transzendenz, deren Gegenteil eine ganz andere Immanenz ist, n�mlich absolute und klare Gegebenheit, Selbstgegebenheit im absoluten Sinn. Dieses Gegebensein, das jeden sinnvollen Zweifel ausschlie�t, ein schlechthin unmittelbares Schauen und Fassen der gemeinten Gegenst�ndlichkeit selbst und so wie sie ist, macht den pr�gnanten Begriff der Evidenz aus, und zwar verstanden als unmittelbare Evidenz. Alle nicht evidente, das Gegenst�ndliche zwar meinende oder setzende, aber nicht selbstschauende Erkenntnis ist im zweiten Sinn transzendent. In ihr gehen wir �ber das jeweils im wahren Sinne gegebene, �ber das direkt zu Schauende und zu Fassende hinaus. Hier lautet die Frage: wie kann Erkenntnis etwas als seiend setzen, das in ihr nicht direkt und wahrhaft gegeben ist? Diese beiden Immanenzen und Transzendenzen laufen zun�chst, bevor die erkenntniskritische �berlegung tiefer eingesetzt hat, verworren ineinander. Es ist ja klar, da�, wer die erste Frage nach der M�glichkeit der reellen Transzendenzen, aufwirft, eigentlich auch die zweite mit hineinspielen l��t, die nach der M�glichkeit der Transzendenz �ber die Sph�re evidenter Gegebenheit. N�mlich stillschweigend supponiert er: die einzig wirklich verst�ndliche, fraglose, absolut evidente Gegebenheit sei die des im Erkenntnisakte reel enthaltenen Momentes, und darum gilt ihm jedes darin nicht reel Enthaltene an einer erkannten Gegenst�ndlichkeit als r�tselhaft, problematisch.